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taz🐾sachenEndlich ein Bärenpreis

Eines Tages stand in der Tür des weitläufigen Wahrheit-Büros ein bäriger Kerl. Er heiße Christian Bartel, brummte der mit Haaren dicht Zugewachsene, und wolle Wahrheit-Autor werden. Der 1973 im 6. Arrondissements der Bärenstadt Bonn geborene Bartel hatte bereits ein seltsames Leben hinter sich. Er gab an, er sei der sechste Beatle gewesen und habe den durchdringenden Pfiff beim Sechstagerennen erfunden. Wir nahmen ihn sofort in die Wahrheit-Familie auf.

Denn Bartel machte auch vernünftige Dinge: Er schrieb komische Romane wie seinen legendären „Zivil­dienstroman“ und hatte in Bonn eine Poetry-Bühne mitgegründet. Sie heißt „Ferkel im Wind“, und wer Bartel einmal dort erlebt hat, weiß, woher sie ihren Namen hat. Dort lässt der sonst so bedächtige Brummer die Sau raus.

Inzwischen lassen wir Bartel gern im Wahrheit-Kontor als Vertretung einfliegen, damit er dort seinen Lieblingstätigkeiten nachgehen kann: vor sich hin brummen und komische Texte schreiben – etwa über eine KFZ-Aktivistin, die wegen der unvergleichlichen Röstaromen auf Schiffsdiesel mit kaltgepresstem Schweröl schwört.

Deshalb hat ihm jetzt die Ben-Witter-Stiftung den Ben-Witter-Preis 2018 zugesprochen und ihn zu Recht mit vielen lobenden Worten überschüttet. Bartel ist der sechste Wahrheit-Autor, der den Preis erhält. Bei der Preisverleihung am 10. September in Hamburg wird die Wahrheit-Kolumnistin Susanne Fischer die Laudatio halten. Uns ist es eine Ehre, und wir gratulieren dem bärigen Preisträger ganz herzlich. (mir)

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