: Einstürzende Devisen
■ Dollar fällt unter die 1,40-DM-Marke / Einbruch der US-Konjunktur erwartet
Frankfurt/New York (dpa/taz) – Die US-Wirtschaft ist noch gar nicht eingebrochen. Aber die Devisenhändler erwarten genau dies und ließen daher den US-Dollar erneut abstürzen. Gegenüber Mittwoch fiel der Greenback um 6,38 Pfennige auf 1,3820 Mark. Angesichts schlechter Wirtschaftsnachrichten rechnen Spekulanten mit Zinssenkungen in den USA. Wenn aber auf Dollaranlagen geringere Zinsen – derzeit liegt der Satz für Tagesgeld bei sechs Prozent – gezahlt werden, lohnt sich das Geschäft nicht mehr. Auch die andauernde Wirtschaftskrise in Mexiko und der Handelsstreit mit Japan hätten zum Kurssturz beigetragen.
Warum der Dollar bis Mitte dieser Woche überhaupt einen kurzen Höhenflug hingelegt hatte, dafür gibt es nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Peter Pietsch „keine sinnvolle Erklärung, wohl aber für den neuerlichen Rutsch auf das alte Niveau“. Dennoch erwartet der Währungsexperte eine Erholung der US- Währung, wenn auch nur längerfristig gesehen, denn der Kongreß habe die Weichen für einen Abbau des Haushaltsdefizits in den USA gestellt. BfG-Bank-Sprecher Heinrich Schaumburg glaubt hingegen nicht, daß sich der Dollar auf mehr als 1,35 oder 1,45 Mark einpendeln wird. lieb
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