■ Flüssiges Chlor: Einatmen tödlich bei hoher Konzentration
Chlor ist ein sehr giftiges Gas. In der Reaktion mit Wasser bildet sich Salzsäure und Hypochlorinsäure. Befindet sich Chlor in bestimmten Konzentrationen in der Luft, wird bei Mensch und Tier dieser Prozeß beim Einatmen ausgelöst.
Bei hohen Konzentrationen führt dies zum sofortigen Tod. Bei niedrigen Konzentrationen spürt der Mensch die Folgen etwa eine halbe Stunde, bei geringster Konzentration werden die Schleimhäute immer noch in empfindlicher Weise gereizt. Die Konzentration wird in ppm gemessen, so entspricht etwa 1ppm einem Kubikzentimeter des Gases in einem Kubikmeter Luft. Bei 40ppm tritt der Tod sofort ein.
Die Behörden Tuzlas verfügen über 490 Tonnen Chlor in flüssiger Form. Sie stammen aus der chemischen Fabrik Sodaso. 240 Tonnen wurden Ende letzter Woche in fünf Eisenbahnwaggons an die Front Richtung Brčko gebracht.
250 Tonnen der hochgiftigen Substanz sind in einem Schacht einer Kohleaufbereitungsanlage in der Stadt untergebracht. Sollte die Stadt die endgültige Entscheidung zur Einsetzung des Gases fällen, würden zunächst die Tankwaggons geöffnet. In einem Radius von fünf Kilometer wäre sämtliches Leben ausgelöscht, in weiterer Entfernung wäre das Chlor immer noch gesundheitsgefährdend. Das ausströmende Gas würde bei entsprechender Wetterlage – es weht fast ständiger Nordwestwind – vor allem nach Serbien gelangen.
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