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Ein breitbandiger Empfänger

■ Der Bioklimatologe Andras Varga vom Hygieneinstitut der Uni Heidelberg fordert, Laborergebnisse über die Folgen elektromagnetischer Felder offen auf den Tisch zu legen

taz: Die Kölner Kongreßteilnehmer sind von Ihrem Auftritt nicht begeistert gewesen. Warum?

Andras Varga: Ich bin nach Köln gekommen, um mit Fachleuten über den Elektrosmog zu diskutieren. Bisher wurde ich eher weggeschoben, zur Seite gelegt. Viele wollten einfach nicht zuhören. Ich habe mir auch Gegner gemacht, als ich verlangte, die Laborergebnisse offen auf den Tisch zu legen.

Was halten Sie von den derzeitigen elektromagnetischen Feld- Grenzwerten?

Es handelt sich dabei um technische, genauer um physiologische Grenzwerte. Mit der Empfindlichkeit des Menschen haben sie nichts zu tun. Für den Menschen muß ein molekular-biologischer Grenzwert eingeführt werden, das heißt, daß die „feinsten“ Vorgänge im Menschen geprüft werden müssen. Diese sind elektrischer Natur, und natürlich besteht zwischen diesem inneren elektrischen Feld und dem äußeren Feld eine Wechselwirkung.

Wie würden diese Gefährdungen überhaupt zustande kommen?

Alle umweltelektromagnetischen Faktoren haben ihre eigene spezifische Wirkung. Der Mensch ist ein breitbandiger Empfänger zwischen Frequenzen von null bis zu einigen Gigahertz, und immer reagiert ein bestimmter Stoff, eine Substanz oder ein bestimmtes Organ auf eine bestimmte Umweltfrequenz. Der Mensch ist ständig diesen Umweltfaktoren ausgesetzt, aber nicht immer sind die gleichen Organe betroffen.

Wie soll künftig mit diesem Thema umgegangen werden?

Ich bin gegen eine administrative Behandlung des Themas, gegen das Zusammentragen von Meßergebnissen, Berechnungen und Schätzungen.

Es sollte vielmehr eine oder auch mehrere Stellen damit beauftragt werden, entsprechende Untersuchungen im Labor durchzuführen, deren Ergebnisse offengelegt und diskutiert werden müssen. Interview: Ghassan Homsi

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