piwik no script img

Ein Projekt stellt sich vor

■ "Man lernt viel voneinander": Intensive Zusammenarbeit zwischen AWO und Aussiedlerjugendlichen

Seit fast 20 Jahren gibt es in Bremen schon Clubs und Treffs für Aussiedlerjugendliche. Diese Clubs, die in Bremen die AWO in Blockdiek, Gröpelingen und Lesum anbietet, sind offene Treffs mit ständig wechselndem Angebot, zu denen die Jugendlichen je nach Lust und Laune bis zu viermal pro Woche kommen können. Die Treffs sind zunächst zwar ein gewisser Schonraum für die oft sehr verunsicherten Aussiedlerjugendlichen, doch inzwischen haben sich einige der Gruppen bereits für andere Jugendliche aus dem Stadtteil geöffnet.

Zunächst jedoch, dies betont Doris Kutschker, die für diese Arbeit bei der Bremer AWO zuständig ist, sei es wichtig, daß die Aussiedlerjugendlichen in den Gruppen einen Rückhalt fänden. Denn sie leben jetzt in einer Umwelt, in der vieles, was sie bisher an Erfahrungen sammeln konnten, plötzlich in Frage gestellt wird. „Wir merken, daß unsere Jugendlichen noch eine große Scheu davor haben, zum Beispiel einfach in bestehende Jugendwerksgruppen im Nachbarschaftshaus zu gehen. Doch unser Ziel ist es, das Sich-öffnen zu fördern.“

Einige der Aussiedlerjugendlichen packen zur Zeit auch bei der Renovierung des Jugendraums im Nachbarschaftshaus kräftig mit an. Und zwei Mädchen vertreten inzwischen die Interessen ihrer Gruppe auf den Vorstandssitzungen des Jugendwerks. Diese Entwicklung ist durchaus rasant, wenn man weiß, daß die Aussiedlergruppe im Nachbarschaftshaus erst seit September 1991 besteht.

Anders ist die Situation in Blockdiek, wo sich der Jugendtreff auf dem Gelände des Übergangswohnheims Ellener Hof befindet. Dadurch entstand hier ein Treff für überwiegend aus Polen stammende Jugendliche. Dort gibt es jetzt auch eine Fußballgruppe, die naturgemäß viel mit anderen fußballspielenden Jugendlichen zusammenkommt.

Einen ungeheuren Aufschwung erlebte die Jugendarbeit in Lesum, wo man seit Dezember im AWO- Nachbarschaftstreff neue Räume nutzen kann. „Seitdem ist es dort immer sehr voll“, freut sich Doris Kutschker.

Um Gemeinsamkeiten noch intensiver zu fördern, werden im Sommer Freizeiten durchgeführt. Nicht so interessant für hier Aufgewachsene, aber wichtig für die Aussiedlerjugendlichen sind Tagesfahrten, zum Beispiel nach Bremerhaven, um die neue Heimat besser kennenzulernen. All diese Aktivitäten erleichtern zum einem den neu Zugewanderten das Einleben, „vor allem aber entstehen hier Gemeinsamkeiten, wächst etwas zusammen“.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen