: EU schickt radioaktives Milchpulver
■ Bangladeschs Behörden wehren sich
Dhaka (dpa) – Im Hafen Chittagong in Bangladesch hat ein Tauziehen um die Entladung von 385 Tonnen europäischen Milchpulvers begonnen, das hochgradig radioaktiv verseucht sein soll. Das UNO-Flüchtlingskommissariat (UNHCR), das das Milchpulver am 2. April als Spende für moslemische Rohingya-Flüchtlinge aus dem benachbarten Birma anlieferte, besteht auf der Entladung des Schiffes und verwies am Freitag nach Angaben von Regierungsbehörden in Bangladesch auf bestehende Abnahmeverpflichtungen Dhakas. Die Behörden bestreiten dies. Ein Beamter sagte, das UNHCR „bedrängt uns zu entladen“.
Nach einem Bericht der indischen Zeitung The Pioneer ist die Milchpulverlieferung mit 95 Becquerel (bq) pro Kilo radioaktiv belastet. Die in Bangladesch geduldete radioaktive Höchstbelastung beträgt 50 bq. Nach Angaben des bangladeschischen Zolls, der das Entladen des Milchpulvers bisher verhindert hat, wurde das Milchpulver von der Europäischen Union dem UNHCR zur Verfügung gestellt. Aus welchem Land der Europäischen Union das Milchpulver stammt, ist bisher unklar. Die Säcke trügen einen Aufdruck, wonach Kindern unter drei Jahren dieses Milchpulver nicht verabreicht werden dürfe.
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