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Drei EU-Beobachter getötet

Norwegisches Außenministerium bezeichnet den Tod der Mitglieder der Mission in Makedonien als Unfall. UÇK droht mit einer Verschärfung des Konfliktes

SKOPJE dpa/afp ■ Erstmals seit Beginn des bewaffneten Konflikts in Makedonien sind drei Mitarbeiter der Europäischen Union in dem Balkanland ums Leben gekommen. Die drei Gesandten seien vermutlich bei der Explosion einer Landmine getötet worden, sagte ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums gestern in Stockholm. Bei den Getöteten handelt es sich um einen Norweger, einen Slowaken und einen Übersetzer aus Albanien, die der Beobachtungsmission der EU angehörten.

Die Leichen der drei EU-Beobachter seien bei einem Auto in einer Schlucht in der Region um Tetovo gefunden worden, sagte ein Sprecher des norwegischen Außenministeriums. Die EU-Mitarbeiter seien mit ihrem Fahrzeug auf eine Mine aufgefahren. „Wir behandeln den Fall wie einen Unfall“, fügte der Sprecher hinzu. Die Region um Tetovo wird fast vollständig von der UÇK kontrolliert. Die makedonische Armee machte die UÇK für den Tod verantwortlich.

Nach Angaben der EU in Skopje waren die Mitarbeiter bereits seit Donnerstag in der Region vermisst worden. Ungeachtet des seit dem 5. Juli bestehenden Waffenstillstands kommt es dort immer wieder zu Gefechten und Schusswecheln zwischen Rebellen und makedonischen Regierungstruppen.

Unterdessen sinken nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen den Regierungsparteien über ein Friedensabkommen die Chancen für eine politische Lösung der Krise. Die albanischen Rebellen drohten sogar mit einer Verschärfung des Konflikts. „Wir nähern uns jetzt der Option des Krieges“, sagte ein Sprecher der selbst ernannten Nationalen Befreiungsarmee UÇK.

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