: Drastische Preiserhöhungen in der UdSSR
■ Bürger reagieren gelassen/ Regierung beschließt Lohnausgleichszahlungen
Moskau (afp) — In der Sowjetunion sind am Dienstag als erster Schritt zur Marktwirtschaft Preiserhöhungen um 200 bis 300 Prozent in Kraft getreten, die aus einer Rücknahme staatlicher Subventionen resultieren. Damit wurden Festpreise angehoben, von denen manche seit mehr als 40 Jahren stabil geblieben waren. Die unpopulärste Entscheidung seit der Einführung der Perestroika, kommentierte 'Tass‘. Die ohnehin stark belasteten sowjetischen Konsumenten müssen für einen Laib Brot statt 20 nun 60 Kopeken bezahlen, das Kilo Fleisch kostet statt 2 nun 7 Rubel und das Kilo Butter 10 statt 3,6 Rubel. Zum Ausgleich des Preisanstiegs führte die Regierung Lohnausgleichszahlungen von mindestens 60 Rubel monatlich ein. Nachdem die Sowjetbürger nach Angaben der sowjetischen Wirtschaftszeitung 'Komersant‘ in den vergangenen Monaten Waren im Wert von 150 Milliarden Rubel gehamstert hatten, wurden die Preiserhöhungen in Moskau ersten Beobachtungen zufolge mit resignierter Ruhe aufgenommen. SEITE 8
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