■ Dokumentation: „In den Nachtdiensten zum Sport geworden“
Als Polizeibeamter belasten mich weniger die Diskussionen zum Thema Polizei/Ausländer, sondern weit mehr, was wirklich abläuft.
Allein im Jahre 1994 habe ich mehrfach miterlebt, daß Ausländer von Kollegen grundlos geschlagen und dabei in übelster Weise beleidigt wurden. Besonders taten sich meine Mitstreiter, die ich mir nicht ausgesucht habe, gegenüber Farbigen hervor. Einzelheiten möchte ich mir hier ersparen. Ich habe mir sämtliche Entgleisungen jedoch genauestens notiert, und ich werde dieses Schreiben zu gegebener Zeit ergänzen.
In den Nachtdiensten sind Übergriffe für einige Polizeibeamte, die für das Verhindern von Straftaten bezahlt werden, ein Sport geworden. So deutlich muß ich es sagen.
Meine Beschwerden, die ich Vorgesetzten vorgetragen habe, wurden belächelt. Die Äußerung „Wolln wohl die Karriere als POM beenden“ ist bezeichnend dafür, daß nicht eingegriffen wird. Auch die Beschwerde, die ich einem Beamten, der zum erweiterten Kreis der Polizeiführung zu rechnen ist, vortrug, blieb ohne jegliche Maßnahme.
Dieser hohe Dienstgrad redete gar flehentlich auf mich ein, das mit ihm geführte Gespräch zu vergessen. Man wisse überall um diese Vorfälle, doch seien das einfach Zeichen der Zeit, gegen die es keine Mittel gibt.
Diese Auskunft schockierte mich, und daher teile ich sie mit. Wir wissen es alle, aber sehen auch alle nur zu. Hatten wir das nicht schon einmal?
Der Name des Polizeibeamten ist der Redaktion bekannt
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