■ Dokumentation: Mehr Schutz!
Zum heutigen Internationalen Frauentag und zur geplanten Novellierung des eigenständigen Aufenthaltsrechtes für ausländische Ehegatten hat die Bremer Bundestagsabgeordnete und Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), gestern erklärt:
„Misshandelte ausländische Ehefrauen werden in Zukunft bundesweit ein eigenständiges Bleiberecht erhalten. Mit der vorgeschlagenen Änderung des Paragraphen 19 im Ausländergesetz wird ein positiver Schlussstrich unter eine lange und oft mühsame Diskussion um das eigenständige Aufenthaltsrecht für ausländische Ehegatten gezogen. Oft stand dabei nicht der Missbrauch und die Gewalt gegen Frauen im Vordergrund, sondern der vermeintliche Missbrauch des Rechtes.
Mit der jetzt von den Bundestagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und von der SPD eingebrachten Regelung wird endlich eine realitätsgerechtere Lösung gefunden, die hilft, die oft fatale Lebenssituation der betroffenen Frauen nicht noch durch ausländerrechtliche Maßnahmen zu erschweren. Der Schutz misshandelter ausländischer Frauen vor häuslicher Gewalt hat vorrangige Bedeutung.
Die von der Koalition vorgeschlagene Neuregelung sieht ein regelmäßiges Aufenthaltsrecht für Ehegatten nach zwei Jahren vor. In Fällen der besonderen Härte, etwa auf Grund von Misshandlungen, bei sexuellem Missbrauch oder aus Gründen des Kindeswohles, entfällt jegliche Wartezeit. Die Novellierung des Gesetzes wird am 16. März im Deutschen Bundestag abschließend beraten und soll noch im Frühjahr dieses Jahres in Kraft treten.“
Marieluise Beck (Grüne),
Ausländerbeauftragte des Deutschen Bundestages
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen