: Dissberger geschaßt
■ „Copex“ entließ Messe-Organisator
Bonn (taz) – Die britische „Copex International“ hat den deutschen Organisator ihrer in Bonn stattfindenden „Fachausstellung für militärische und polizeiliche Spezialeinsätze“, Karl-Heinz Dissberger, von seiner Verantwortung entbunden. „Wir sind über einige Punkte sehr besorgt, die von Antifa Bonn/Rhein-Sieg veröffentlicht wurden“, teilte das Unternehmen in Watford am Dienstag mit. „Copex International Ltd. haben die gesamte Führung der Veranstaltung übernommen.“ Vorgestern waren heikle Details aus Dissbergers Biographie bekanntgeworden. Er hatte 1975 nicht nur auf der nordrhein-westfälischen Landtagsliste der rechtsextremistischen NPD kandidiert. 1982 mußte er sich auch vor einem Düsseldorfer Schöffengericht verantworten wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Ermittler des Bundeskriminalamtes waren bei einer Hausdurchsuchung in seiner Wohnung auf ein ganzes Waffenarsenal gestoßen. In der Verhandlung sagte der damals 28jährige aus, er sei früher Mitglied der Wiking-Jugend gewesen. Die Organisation wurde letztes Jahr vom Bundesverfassungsgericht verboten.
Die „Copex“-Messe soll trotz zahlreicher Proteste am kommenden Dienstag in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg über die Bühne gehen. Bernd Neubacher
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