Digitalisierung von Schulen: Sie sind schon fast drin
In die Digitalisierung der Schulen kommt Schwung. Die Länder rufen endlich mehr Geld ab. Die Millionen für Laptops sind sogar schon weg.

Zum Stichtag 30. Juni – Bund und Länder müssen halbjährlich über den Mittelabfluss berichten – waren von den mehr als fünf Milliarden Euro Digitalpakt-Fördermitteln nur 15,7 Millionen abgeflossen. Für weitere 242 Millionen Euro waren Anträge zur Finanzierung von Schulprojekten bewilligt. Hubig sprach davon, dass mittlerweile Gelder in Höhe von rund 680 Millionen Euro bewilligt seien. Außerdem habe sich das Antragsvolumen zuletzt verdoppelt. Konkrete Zahlen dazu nannte sie nicht.
Das milliardenschwere Förderprogramm „Digitalpakt Schule“ (5,5 Milliarden Euro, davon 5 Milliarden vom Bund) wurde vor mehr als einem Jahr für den Aufbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen aufgelegt, etwa zur Installation von schuleigenem WLAN oder zur Anschaffung digitaler Tafeln, sogenannter Smartboards. Immer wieder wurde kritisiert, dass die Gelder nur langsam abfließen.
Die Schulen und ihre Träger mussten für die Beantragung der Mittel entsprechende Medienkonzepte vorlegen. Diesen Prozess haben Bund und Länder in der Corona-Krise vereinfacht, um den Abruf zu beschleunigen. Die Medienkonzepte müssen nun nicht mehr vor dem Start einer Investitionsmaßnahme an der Schule vorgelegt werden, sondern können nachgereicht werden.
Millionen für Laptops schon weg
Die zwischen Bund und Ländern erst im Juli geschlossene Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt für die Anschaffung von Laptops für Schüler:innen ist dagegen schon fast exekutiert. Hubig sagte, dass die dafür vorgesehenen 500 Millionen Euro fast komplett abgerufen worden seien.
Wer das alles wartet und in Schuss hält? Eine weitere Vereinbarung zwischen Bund und Ländern liegt nach Auskunft von Hubig und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek unterschriftsreif auf dem Tisch. Der Bund unterstützt die Länder bei der Ausbildung und Rekrutierung von IT-Administratoren. Die sollen sich speziell um die schulische Infrastruktur kümmern. Laut Hubig eine Daueraufgabe. „Die Dinge müssen vor Ort funktionieren. Das ist eine Aufgabe für Fachleute.“ Deshalb wäre es schön, wenn der Bund die Länder dauerhaft unterstützte.
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