Die Wahrheit

Pofalla, halt’s Maul!

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Und schnelle Rodungen verlangen nach schnellen Gedichten.

Ronald Pofalla guckt grimmig

Foto: imago/Reiner Zensen

Auf den Bäumen hoch zu leben,

hat’s als Beispiel längst geben.

Wer Calvino las, weiß schon:

Lebenslang tat’s sein Baron.

Und auch Tobie Lolness hatte

seinen Lebensraum am Blatte,

widerstand dem Herrn der Säfte

dank sehr zwergenhafter Kräfte.

Mögen diese Buchgestalten

allen helfen durchzuhalten,

die derzeit in Wipfeln wohnen,

um den Waldesrest zu schonen.

Und auch jenen, die auf Pirsch

untertags wie Kalle Wirsch

gegen drohendes Zertrümmern

sich ums Wohl der Wurzeln kümmern.

Jetzt erst recht, wo ins Getöse

vieler Sägen noch das Böse,

das Pofalla, seine Pläne

kundtat als der Fürst der Späne.

Seine Fresse dort zu sehen,

muss im Kampf beim Widerstehen

jedermann mit gutem Herzen

bis in die Organe schmerzen.

Wer erlaubt dem Gnom der Gleise,

zu bestimmen, dass die Reise

noch Jahrzehnte ungerührt

pflügend in die Tiefe führt?

Warum hat man Kommissionen,

wenn da solche Pfeifen thronen,

die als Waldschrat so noch eben

einem Rehbock Deckung geben?

Zieht denn diese Näsellippe

hierzulande jede Strippe?

Muss er sich auch noch die Kohlen

aus der armen Landschaft holen?

Lukas, hilf und hol die Lok!

Bind den Kerl mit einem Pflock

hinten an die Emma dran –

und spiel Schwäb’sche Eisenbahn!

Wird er störrisch, nimm den Stock

wie bei jedem Ziegenbock!

Die Wahrheit auf taz.de

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