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Die WahrheitDrinnen. Draußen

Donnerstag ist Gedichtetag. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über die stillen Freuden des Bahnreisens ergötzen.

Drinnen knarzt der Zugbegleiter

krachend Englisch durch den Draht;

wiehernd schnaubt ein Herrenreiter.

Draußen schweigt ein Apparat.

Drinnen dröhnt ein Anzugträger,

schlingend schmatzt ein Mann für zwei;

schnarchend sägt ein junger Säger.

Draußen fliegt still Welt vorbei.

Drinnen schenkelklopft ein Lachen,

lauthals zischt ein Pensionär;

lässt mit Knirsch die Zähne krachen.

Draußen schweigt’s, als wenn nichts wär.

Drinnen keift Investmentbanker

sich die Aktien dick und rund;

brüllend junger Weltenlenker.

Draußen leckt sich stumm ein Hund.

Drinnen grölt die Sportskanone,

lüstern pfeift der Lebemann;

quiekend gluckst die Amazone.

Draußen mäuschenstillt ein Tann.

Drinnen zanken Graf und Gräfin,

voll verkracht sich Rentnerpaar;

schrill verstrickt ein Schaf die Schäfin.

Draußen liegt tot Landschaft da.

Drinnen lärmt das halbe Leben,

Vorgeschmack des Weltgerichts;

dezibeles Erdenbeben.

Draußen hinterm Fenster: nichts.

Drinnen Kakophongewölle.

Draußen still und starr der See.

Drinnen Ausgeburt der Hölle:

Ruhezone, ICE.

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Die Wahrheit

hat den einzigartigen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.


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Warum sachlich, wenn es persönlich geht.

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Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.



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2 Kommentare

  • palomino

    Wunderbar ! Die Bahn Sparte der "Wahrheit" ist wieder mal ein Quell der Freude !

    Die Geschichte "Den Zug herbeitanzen" möchte ich an dieser Stelle allen Eisenbahn-Freunden nochmals wärmstens empfehlen; im Archiv kann man sie noch heute finden !

  • Lowandorder

    Ok ok - hab auch schon mal besser geruht!