Die Wahrheit: Faust und Fake
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über Dichtung und Wahrheit erfreuen.
Viele Leute sind zurzeit
Internet und Facebook leid,
denn sie halten die Geschichten
für gequirlte Fake-Nachrichten.
Sich auf Wahres zu besinnen
und der Lüge zu entrinnen,
lässt – zumal in diesen Tagen –
Bürger Buch um Buch aufschlagen.
Doch auch, wenn der Dichter spricht,
wird das Wort leicht Fake-Nachricht.
Selbst die anerkannten Größen
zählen nicht zu den Seriösen.
Nehmen wir mal Goethes Faust,
den’s in seiner Stube graust,
weil sein Pudel sich recht dreist
als ein Teufelskerl erweist.
Vor den Augen seines Herrn
wächst der aus dem Pudelkern.
Jedenfalls stellt Goethe das
so ins Netz – tja, echt voll krass!
Nee, ich glaube da kein Wort!
Aber Goethe gilt als Hort
wahrer Dichtung voll Symbolen –
statt die Polizei zu holen.
Auch bei Kafka stimmt fast nichts.
Die Geschichte des Berichts,
den ein Affe hochgelehrt
vorträgt, ist – ich schwör’s! – verkehrt.
Wie die Story mit dem Schläfer,
der sich morgens in den Käfer
über Nacht verwandelt sieht –
Wer glaubt denn in echt so’n Schiet?
Also, Leute, beim Vertrauen
bitte nicht auf Dichtung bauen.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 130 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert