piwik no script img

Die WahrheitGrippe in der Krippe

Eigentlich ist am Donnerstag Gedichtetag: Doch zum frohen Fest muss die Leserschaft mit einem Weihnachtsgedicht erfreut werden.

Illustration: Anna Zimmermann

Festlich funkelt’s in der Immobilie,

Lametta spiegelt sich im Laminat.

Tisch besetzt mit hungriger Familie,

Tafelsilber stochert in Salat.

Zittrig zieht die Mutter dieser Sippe

das Thermometer aus der Gänsefurt,

vierzig Grad, der Vogel hat die Grippe,

hört nur, welch ein Lied aus Mägen knurrt.

Wir haben Tradition, wir haben Bräuche,

vor allem aber ham wir großen Schmacht.

Es muss ein andres Opfer in die Bäuche,

denn diesmal hat die Gans H5N8.

Die Köpfe drehen sich in Richtung Krippe,

der Esel hat sich schlau vom Hof gemacht.

Der Ochse zittert ängstlich mit der Lippe,

die Messe ist gelesen, stille Nacht.

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • & auch klar - Ohwie lacht.