Die Wahrheit: Fähre fahren
Erkenntnisse eines WM-Pathologen (22): Auch im Transportwesen beschert uns die WM eindrucksvolle Comebacks.
D ie Welt ist im Fußballfieber. Bernd Gieseking untersucht die Pathologie des Geschehens. Der Linksfuß kennt alle Krankheitsbilder, die mit Ball zu tun haben.
Wer hätte gedacht, dass die WM für die Rehabilitierung eines uralten Transportsystems sorgen würde. „Fährmann, hol über!“, hieß es bei jedem Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Begeistert stiegen Nationalspieler aus ihren Kleinbussen auf klapprige Flussfähren und angelten während der Überfahrt was fürs Abendbrot.
Brasilianische Krankheitsbilder von galoppierender Extase bis zu letalem Schmerz.
Auf der einen Seite Super-Slow-Motion und Torlinientechnik, auf der anderen Seite: eine Fähre. Dabei begann die WM mit ständigen Hubschrauberflügen. Ein Wunder, dass nicht noch die grippekranken Spieler ins Krankenhaus geflogen wurden. Nun sehen wir in jedem Bericht über die Nationalmannschaft, wie sie mit Fähren übersetzt, um pünktlich zum Spiel zu kommen.
Die Dresdner Waldschlösschenbrücke wäre nie gebaut worden, wenn das Fähren-Comeback früher erfolgt wäre. In Köln will man nun die Severinsbrücke abreißen. Podolski hat ein Karnevalslied gedichtet, die Höhner vertonen: Wat wäre mir – ohne Fähre hier.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert