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Die WahrheitIn Frauentaschen

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über das Mysterium der weiblichen Welt erfreuen.

Frauen, die in Taschen graben,

weil sie was zu suchen haben …

Frauen, die in Taschen wühlen,

die mit zarten Fingern fühlen,

was in dieser Schattenwelt

schlummernd sich verborgen hält:

Schlüsselbunde, Stücker drei,

Füller, Füßling, viererlei,

Lippenstifte, Läppchen, Litzen,

Spangen, Spielgeld, Spachtel, Spritzen,

Blöcke, Blusen, Broschen, Brillen,

Knebel, Knöpfe, Kopfschmerzpillen.

Drogendöschen, Dübel, Drucker,

Zwickel, Zwiebel, Zimt und Zucker,

Bratklops, Backobst, Blaubeerkuchen.

Sollten sie dann tiefer suchen:

Goethes Eckzahn, Gretchens Gift,

Urfassung der Heil’gen Schrift,

Säulenreste (ionisch? dorisch?),

Grabbeigaben, prähistorisch.

Und ganz unten auf dem Grunde

mysteriöse Knochenfunde.

Doch auch wenn sie graben, wühlen

längst vergess’ne Schätze fühlen,

fiebrig. Wenn sie sich empören,

weil sie’s angstvoll schreien hören

aus des Grabes tiefen Gründen,

ist ihr Handy nicht zu finden.

Die Wahrheit auf taz.de

Die Wahrheit

ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.


Die Wahrheit

hat den einzigartigen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.


Die Wahrheit

hat drei Grundsätze:

Warum sachlich, wenn es persönlich geht.

Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.

Warum beweisen, wenn man behaupten kann.

Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.



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