: Die Tage sind gezählt
■ Dem Rundfunkorchester droht das Aus
Berlin. Als »Open Air Festivalorchester« lädt das in seiner Existenz gefährdete Rundfunkorchester Berlin am 18. Juli zu einem Strauß- Konzert vor dem Französischen Dom ein. Zwei Tage vorher wird dort der weltberühmte Startenor Jose Carreras das erstmals veranstaltete Sommerfestival Classic Open Air — Berlin Gendarmenmarkt eröffnen. Die Musiker aus der Nalepastraße unterbrechen für ihren großen Auftritt den Urlaub.
Sollten die Bemühungen um eine neue Trägerschaft für den Klangkörper scheitern, wollen die Mitglieder des zum 31. Juli gekündigten Rundfunkorchesters dennoch weiter zusammen musizieren. Sie werden als erstes Berliner Arbeitslosenorchester versuchen, durch Präsenz im Musikleben der Hauptstadt eine Weiterfinanzierung durchzusetzen. Der Orchestervorstand verwies auf den am 18. Juni einstimmig von allen Fraktionen im Abgeordnetenhaus angenommenen Dringlichkeitsantrag an den Senat, das Orchester zu erhalten.
Das Radio-Berlin-Tanzorchester kann zunächst als ABM-Ensemble fortbestehen. Anders verhält es sich bei dem aufgrund seiner stilistischen Vielfalt anerkannten Rundfunkorchester Berlin. Der Band droht das Aus, wenn nicht in den nächsten Wochen noch zumindest eine Form der Zwischenfinanzierung gefunden wird. adn
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen