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Die Liste

24 Stunden sind nie genug, um all das zu erledigen, was man eigentlich vorhat. Den ganzen Tag hetzt man von einem Termin zum nächsten, und trotzdem ist die To-do-Liste nicht mal zur Hälfte geschafft.

Für die Ewiggestressten gibt es heute endlich mehr Zeit – auch für die schönen Dinge des Lebens. Denn in der Nacht wurden weltweit die Uhren angehalten und der heutige Tag wurde um eine Sekunde verlängert. Danke, liebe Wissenschaft!

Weil sich die Erde unregelmäßig dreht und dabei immer langsamer wird, wird hin und wieder eine zusätzliche Sekunde in die Zeitrechnung eingefügt: die sogenannte Schaltsekunde.

Damit wird verhindert, dass Uhrzeiten und Tageszeiten auseinanderdriften und die Sonne irgendwann nachmittags aufgeht. Dank der Schaltsekunde bleibt endlich Zeit für all die Dinge, die man immer schon machen wollte. In einer Sekunde lässt sich viel erleben, wie die folgende Liste zeigt. Man kann:

endlich den wohlverdienten Sekundenschlaf voll auskosten.

Griechenland retten und via Crowdfunding mal schnell ein paar Milliarden überweisen.

„Erdrotationsdienst“ aussprechen. Die sind für unsere Schaltsekunde verantwortlich.

Musik genießen. „You suffer“ von Napalm Death dauert 1,4 Sekunden.

etwas Geld verdienen. Im Durchschnitt verdient der Mensch 0,0002 Dollar pro Sekunde

endlich die verdammte Tram erwischen, die man sonst immer um eine Sekunde verpasst.

beliebigen Politikern/Nachbarn den Mittelfinger zeigen.

einen Kurzurlaub einlegen, um sich vom Alltagsstress zu erholen. Einen sehr kurzen.

beim Sex endlich zum Orgasmus kommen, wo man doch immer kurz davor ist.

das Parteiprogramm der NPD eingehend studieren. Bei so wenig Inhalt reicht eine Sekunde dicke. Lou und Maf

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen