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Die Kommunen sind wie die kleinen Inseln

■ Bürgermeister wollen in Berlin ein eigenes Kohlendioxid-Protokoll beschließen

Berlin (dpa) – Die Regierungen haben den Klimagipfel schon abgeschrieben. Die deutsche Umweltministerin Angela Merkel ist schon zufrieden, wenn die Konferenz von Berlin den Teilnehmerstaaten den Auftrag erteilt, über tatsächliche Reduzierungen des Treibhausgases Kohlendioxid weiter zu beraten.

Die Kommunen sind da schon einen Schritt weiter. Die Bürgermeister von über 100 Städten der Welt wollen sich am Rande der UN-Klimakonferenz zu einer 20prozentigen Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes in ihren Gemeinwesen verpflichten. Mit einer Erklärung werden sich die Vertreter der Kommunen zum Abschluß der Weltbürgermeisterkonferenz am 29. März einem Protokoll anschließen, das dem Vorbild der kleinen Inselstaaten (AOSIS) folgt, sagte Peter Heller vom Internationalen Rat für kommunale Umweltfragen (ICLEI) gestern in Berlin. Auf der bisher weltgrößten Versammlung kommunaler Repräsentanten zu Umweltfragen, die vom 27. bis 29. März stattfindet, und der nachfolgenden Tagung „Erfolgsfälle städtischen Klimaschutzes in Europa“ vom 3. bis 5. April wollen Politiker und Experten den lokalen Handlungsspielraum beim Klimaschutz ausloten. Heller meint, daß gerade Städte im Umweltschutz eine besondere Verantwortung tragen. Studien des Deutschen Instituts für Urbanistik hätten ergeben, daß rund drei Viertel aller öffentlichen Umweltausgaben von den Kommunen getätigt werden.

Die Delegierten auf der Weltbürgermeisterkonferenz werden in Berlin rund eine Viertelmilliarde Menschen aus über 50 Ländern vertreten. Unter anderem haben die Oberbürgermeister von Rom, Minneapolis, Dakar, Mexiko- Stadt, Teheran, Toronto und Kampala ihr Kommen zugesagt. Zu den deutschen Städten, die bei der Konferenz vertreten sind, gehören Heidelberg und Berlin.

Auf dem ersten Treffen dieser Art 1993 in New York und einer Folgekonferenz in Amsterdam hatten 83 Städte die weltweite Kampagne „Städte für den Klimaschutz“ ins Leben gerufen. Deren Unterzeichner hatten sich ebenfalls verpflichtet, die Emission von Kohlendioxid in ihren Städten zu verringern.

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