Alpenpanorama

Als noch Urlauber kamen: Alpenpanorama oberhalb von Garmisch-Partenkirchen Foto: Mauritius images

Die Coronakrise und der Tourismus:Die Alpenkulisse wartet

Garmisch bereitet sich auf einen Gästeansturm vor, wenn der Lockdown endet. Es regiert das Prinzip Hoffnung, dass alles genauso wird wie früher.

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5.5.2020, 14:04 UHR

Bleiben Sie in der Energie“, rät die gute Seele der Tourismusinformation Garmisch-Partenkirchen am Telefon, und bevor man glaubt, man habe versehentlich ein esoterisches Zentrum angerufen, erklärt die Frau in rheinischem Singsang, warum sie frohgemut in die Zukunft blickt. „Im Herbst werden sie uns überrennen, wenn noch mehr in Deutschland Urlaub machen.“

Doch schon früher als im Herbst sollen die Gäste in die Orte unterhalb von Alpspitze und Zugspitze kommen, damit die Gaststätten, Cafés und Pizzerien überleben. Und die Leute sollten länger als die üblichen 3,2 Nächte in Garmisch-Partenkirchen bleiben, damit sich die Hotels und Ferienwohnungen erholen können.

„Viele Betriebe leben von der Substanz“, sagt Daniel Schimmer, Manager des Hotels Garmischer Hof und stellvertretender Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Die Soforthilfen seien teilweise noch gar nicht angekommen, das Kurzarbeitergeld für den März bisher nicht erstattet. „Meine Eigentümer leben von den Rücklagen“, sagt Schimmer, die Arme vor der Brust seines blauen Anzugs verschränkt. Er schaut über den gekiesten Parkplatz hinterm Hotel in der Garmischer Altstadt, an der Garagenmauer wartet eine Stromtankstelle auf Gäste mit Elektroauto.

Ruhe zwischen den lehmverputzten Wänden

Schimmer bezieht Gemüse und Obst vom Bioladen in Garmisch, die Frühstückseier für die Gäste kommen aus einem Henne-Gockel-Ei-Projekt. Bio heißt das Konzept der Familie Seiwald, die den Garmischer Hof seit 1928 betreibt. Zu 89 Prozent seien die Zimmer ausgelastet gewesen, sagt Schimmer. Nun hätten sie die Kreditzahlungen, wo immer das möglich war, ausgesetzt und den Mitarbeitenden Kurzarbeit angeboten. Die zehn Auszubildenden beschäftigt der Garmischer Hof weiter. Die kommen mal und lüften, lassen das Wasser laufen, mähen den Rasen. Ansonsten herrscht Ruhe zwischen den lehmverputzten Wänden.

Ostern hätte das Haus voll sein können, der April wäre heuer ideal gewesen, auch für Wanderer, erzählt Schimmer am blanken Tisch in der Gaststube. Und ab dem 16. Mai hätte er 50 Betten an die BesucherInnen der Passionsspiele Oberammergau vermietet. Bis zur letzten Aufführung Anfang Oktober wäre das Haus mit Passions-Gästen aus aller Welt gefüllt gewesen. Doch die Passion ist auf den Mai 2022 verschoben.

Philipp Holz, Tourismusmanager der Zugspitz Region

„Die Leute sitzen viel herum und haben einen Drang nach draußen – dafür bieten wir die Spielfläche“

Garmisch-Partenkirchen und die Region im Werdenfelser Land hatten noch vor zehn Jahren bei den Touristikern ein Image wie eine Bretzn von gestern. Der Landkreis und Markt Garmisch-Partenkirchen haben daraufhin in eine neue Dachmarke namens „Zugspitz Region“ investiert und den Slogan „Entdecke deine wahre Natur“ entwickelt. „Die Leute sitzen viel und haben einen Drang nach draußen – dafür bieten wir die Spielfläche“, sagt Philipp Holz, Tourismusmanager der Zugspitz Region.

Skifahren im Winter, Wandern, Bergsteigen, Fahrradfahren in der Hauptsaison von Mai bis September. Mittlerweile boomt die Gegend. Allein im letzten Jahr haben in Garmisch-Partenkirchen 526.472 Menschen ein Zimmer gemietet und damit die grüne und die rote Linie von Übernachtungen und Gästen in den Statistiken der GaPa-Tourismus auf ein Hochplateau befördert.

Gastronomie muss warten: Am Mittwoch wollen die Spitzen von Bund und Ländern auch über eine Wiederöffnung der Gastronomie sprechen. Konkrete Beschlüsse sollen aber erst bei einem Folgetreffen beschlossen werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Damit gilt es als unwahrscheinlich, dass der Inlandstourismus bundesweit vor Beginn des Juni wieder anlaufen kann. Auslandsreisen könnten frühestens ab Mitte Juni wieder möglich sein. Bis dahin gilt eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Hannover schert aus: Niedersachsen beschloss am Montag, den Betrieb von Restaurants, Cafés, Gaststätten und Biergärten schon ab dem kommenden Montag wieder freizugeben. Die Auslastung der Betriebe soll zum Schutz vor Ansteckungen auf 50 Prozent der Kapazität beschränkt werden. Ferienwohnungen dürfen demnach ab dem 11. Mai, Hotels und Pensionen ab dem 25. Mai wieder belegt werden.

Reisebranche getroffen: Die Reisebranche beklagt durch die Coronakrise Umsatzeinbußen von fast 11 Milliarden Euro. Der Branchenverband DRV verlangt ein staatliches Sofortprogramm mit nicht rückzahlbaren Beihilfen. (dpa, afp, taz)

Ein paar der Bauernhöfe und Häuser im alpenländischen Stil stehen noch im Ortsteil Garmisch, ansonsten bezieht der Markt seinen Charme aus dem Blick auf die Alpspitze und das Zugspitzmassiv. Mittelalter Waschbeton und verputzte Fassaden in der Fußgängerzone, Kurpark mit dem Kongresszentrum, das Einkaufscenter am Rande der Innenstadt, all das können die heißersehnten Touristen mit dem Auto umrunden, wenn sie in die beworbene Alpennatur reisen. In drei, vier Jahren können sie den ganzen Ort umkurven, wenn denn der von den Garmischern lang ersehnte Kramer-Tunnel mit Umgehungsstraße endlich fertig ist.

Mehr alpenkulturelles Flair finden die Gäste im Ortsteil Partenkirchen. Der Geruch nach Kuhstall weht dort durch die Fußgängerzone, ein Korbmacher hat dort ein Geschäft, ein Seiler einen Laden, ein Hofmetzger fertigt Alpenwiener.

Hoteliers und FerienwohnungsbesitzerInnen haben mächtig investiert und umgebaut, um neue Gäste anzuziehen. Pool auf dem Dach mit Blick auf die Alpspitze, Spa im Keller. Für die Menschen, die Natur lieber nur anschauen und das erleben, was Tourismusmanager Holz ein „sicheres Abenteuer“ nennt, haben die Touristiker eine Stahl-Glas-Konstruktion an die Alpspitze gebaut, auf der BesucherInnen 1.000 Meter über dem Abgrund stehen und auf die Zugspitze schauen können.

See in Alpenlandschaft

Der Eibsee war ein Touristenmagnet. Jetzt kommt kaum einer mehr her Foto: Matthias Schrader/ap

Die Touristiker setzen auch auf Events wie die BMW Motorrad Days mit 40.000 Bikern oder das „Alpentestival“, bei dem die Besucher im Olympiastadion neues Gerät für Outdoor-Aktivitäten ausprobieren können. Doch auch die Klassikfreunde, die sich bisher am Richard Strauß-Festival erfreuen konnten, sollen jünger, frischer werden. Deswegen war für diesen Juni ein Konzert im Panoroma-Restaurant auf der Zugspitze geplant. Mit Abendessen. Ob das Konzept neue Kunden gelockt hätte, ist nun wurscht, das Festival ist abgesagt. Überhaupt alle Events sind abgesagt und Corona wird jede Art von Massenveranstaltung auf unbestimmte Zeit unmöglich machen.

Die Ausfall-Versicherung hilft auch nicht

Die verlorenen Aussichten der Vergangenheit schmerzen. Die Hoteliers ärgern sich zudem über die bayerische Politik, die ihre Beherbergungsbetriebe nicht etwa geschlossen, sondern den touristischen Betrieb mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen unterbunden hat. Wer sein Hotel im Land von Weißwurst und Zugspitze nun wegen des Virus schließt, hat das also selbst entschieden. Und deswegen zahlen die Versicherungskonzerne keine Entschädigungen aus den Betriebsschließungsversicherungen, die sie im Januar als Schutz vor Corona noch verstärkt verkauft haben, bemängelt der bayerische Hotel- und Gaststättenverband. Stattdessen bieten die Versicherer zehn bis 15 Prozent der Entschädigungssumme an. Offensichtlich haben die Konzerne einen besseren Draht in die Bayerische Staatskanzlei als der Hotel- und Gaststättenverband.

Der Eibsee bei Grainau, keine vier Kilometer von Garmisch entfernt, leuchtet sattgrün. Im flachen Wasser am kiesigen Strand strahlt der See türkis und fügt sich harmonisch in das dunkle Grün der Fichten am Ufer. Der Eibsee wirkt schon ohne Corona-bedingte Leere märchenhaft, denn außer einem Hotelkomplex und ein paar Bootshäusern haben die privaten Besitzer des Sees das sieben Kilometer lange Ufer nicht bebaut.

Im Mai 2020 ruht der Eibsee still auf 998 Meter über null und mutet paradiesisch an. Über dem See ragt weitere 1.964 Meter höher die Zugspitze empor, die in der Abendsonne mal rot, mal dunkelviolett leuchtet. Amerikanische, arabische und chinesische Pärchen lieben es, sich im Sommer vor dieser Kulisse zu fotografieren.

120 Menschen passen in die Seilbahn, keiner fährt mit

Durch die Schönheit dröhnt auch in Zeiten von Corona das Motorengeräusch der nagelneuen Zugspitz-Seilbahn. Groß wie ein Einfamilienhaus düst die menschenleere Kabine alle halbe Stunde von der Talstation hinauf zum Schneeferner-Haus. Am Nachmittag kommen ein paar Wissenschaftler der Wetterstation herunter, mit ihnen zwei Maler, die da oben renovieren. 120 Leute könnten da auf einmal hinauf- und hinabschweben.

So richtig Halligalli auf der Zugspitze war das letzte Mal am sonnigen Sonntag, dem 15. März. Dicht an dicht standen die Menschen in der Schlange vor der Talstation, um noch einmal vor der Coronaschließung auf den Berg zu kommen. Am Kreuzeck und den anderen Seilbahnen drängten sich die Skifahrer, der Parkplatz, groß wie ein kleines Dorf, war überfüllt. Grade einmal 90 Kilometer sind es von dort bis nach München.

Allein auf die Zugspitze befördert die Bayerische Zugspitzbahn locker 600.000 Menschen im Jahr. Im April 2019 brachte die Seilbahn 2.000 Menschen am Tag auf den höchsten Berg Deutschlands. Hinzu kommen Lifte und Bahnen rund um Garmisch mit Veranstaltungs- und Gastronomiebetrieben. Alles geschlossen, rund 400 MitarbeiterInnen sind in Kurzarbeit. Corona vernichtet bei der Bayerischen Zugspitzbahn Umsätze und Gewinne in Millionenhöhe. „Alleine im April haben wir 10 Prozent der Jahresleistung nicht befördern können“, teilt das Unternehmen schriftlich mit.

Um auf den erhofften Ansturm nach Ende des Lockdowns vorbereitet zu sein, warten und putzen die Bergbahner seit März Schienen, Bahnen und die Wirtschaften am Ende und Anfang jeder Seilbahntour. „Wir gehen davon aus, dass der Wunsch nach Naturerlebnissen vor allem bei den Naherholern sehr stark ausgeprägt sein wird, und erhoffen uns einen Zuwachs beim inländischen Tourismus“, schreibt Marketingleiter Klaus Schanda. „Bis das Niveau aus 2019 im internationalen Reiseverkehr wiederhergestellt ist, können fünf Jahre vergehen.“

Abstandsregelung auf dem Wanderweg

Abstandsregelung auf dem Wanderweg: Dem Virus kann man nicht entfliehen Foto: Angelika Warmuth/dpa

Keine Gäste, das bedeutet auch null Euro Kurtaxe, keine Gewerbesteuer, null Anteil an der Einkommensteuer für die Gemeindekasse. Die frühere Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) rechnet mit zehn Millionen Euro Einbußen für Garmisch-Partenkirchen.

Ein Bruch, der zum Nachdenken führt?

„So a Bruch is gut, dass die Leut zum Nachdenken komma“, sagt Wolfgang Pohl, Berg- und Skiführer und Geschäftsführer seiner von ihm und einem Kompagnon gegründeten Vivalpin GmbH in Garmisch. Pohl und seine BergführerInnen zeigen Menschen, wie sie den Klettersteig zur Alpspitze raufkommen, und bringen sie durch die Höllentalklamm auf die Zugspitze. „Seit 16. März schauen die mit dem Ofenrohr ins Gebirg“, sagt Pohl, was bedeutet, dass die WanderführerInnen auch keine Einnahmen haben.

Pohl machte bislang einen Großteil seines Geschäfts neben der Zugspitzregion mit Skiwanderreisen in den Iran, Spanien oder Kirgistan. Alles storniert. Er steckt nun seine Altersversorgung in das Unternehmen, die sechs festangestellten MitarbeiterInnen sind in Kurzarbeit. „Ich sehe das ganz entspannt“, sagt Pohl im schönsten Oberbayerisch. „Wir sind die erste Generation, die nur Wohlstand kennt, und da haben wir jetzt in 30 Jahren ein schlechtes Jahr – wo ist da das Problem?“

Pohl hofft, dass er nach Pfingsten mit sehr kleinen Gruppen wieder tageweise in die Berge rund um Garmisch gehen kann. Und dass Garmisch-Partenkirchen beginnt umzudenken, weniger Straßen, weniger Autos, keine weiteren Hotelkomplexe, keine Events wie das Motorradtreffen. „Wir müssen doch mal an unsere Enkel denken“, sagt Pohl. „Was die Orte in den Alpen an Grauen hier angerichtet haben, in dieser wunderschönen Natur.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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