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Die AndereLiberation

■ Die Pariser Tageszeitung kommentiert das ruandische Flüchtlingselend im zairischen Nachbarland

Die Pariser Tageszeitung kommentiert das ruandische Flüchtlingselend im zairischen Nachbarland:

Drei Jahre lang hat es den Bürgerkrieg gegeben, gezeichnet durch Verhandlungsbemühungen, dann drei Monate lang einen Genozid, der mehrere hunderttausend Personen in einem Land auslöschte, das kaum mehr als sieben Millionen Einwohner zählt. So, als ob in Frankreich im Laufe eines Vierteljahres acht bis zehn Millionen Einwohner verschwänden. Dann gab es in Ruanda den ,Exodus einer Nation‘: ein menschliches Meer ergoß sich in die Nachbarländer, vor allem in das bereits überbevölkerte Ostzaire. Schließlich jetzt die Cholera: ausgezehrte Körper, ausgetrocknet, total erschöpft.

In dem menschlichen Pandämonium (Aufenthalt der bösen Geister, d. Red.), zu dem sich die Stadt Goma im Norden des Kivu-Sees und seiner verseuchten Gewässer entwickelt hat, denken immer noch einige ans Töten: Fünf Tutsi kamen gestern durch die Macheten von Hutu um, die sie verdächtigten, geflohene RPF-Rebellen zu sein. Ist das von einer mörderischen Tollwut besessene Ruanda ... noch zu retten? Es ist nicht nur eine Frage der Logistik, der schnellen Beförderung von Lebensmitteln und Wassertankwagen. Da nun schon der (bei Goma gelegene) Vulkan Nyiragongo brodelt, wäre man kaum überrascht, sich morgen Auge in Auge den Reitern der Apokalypse gegenüberzusehen, die in gestrecktem Galopp über Ruanda brausen.

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