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Deutsche Bank verlangt Aufklärung

■ Experten prophezeien kein Blutbad

Frankfurt/Main (dpa) – Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat gestern eine lückenlose Aufklärung der Verbindungen zwischen dem Kreditinstitut und dem Immobilienlöwen Schneider verlangt. Das Kontrollgremium kam in Frankfurt zur ersten Sondersitzung seit vielen Jahren zusammen: Der Vorstand sollte die Hintergründe der Pleite erklären.

Der untergetauchte Baulöwe Jürgen Schneider hat von der Deutschen Bank Kredite über 1,2 Milliarden DM bekommen. Insgesamt steht das Schneider-Imperium mit mehr als 5 Milliarden DM bei den Banken in der Kreide.

Mit schnellen personellen Konsequenzen wurde am Bankenplatz Frankfurt trotz der Sondersitzung nicht gerechnet. „Es wird kein Blutbad geben“, hieß es, zumal damit ein weiterer Ansehensverlust für den Branchenprimus verbunden wäre. Zuvor hatte Deutsche- Bank-Chef Hilmar Kopper klargestellt, daß Personalentscheidungen nicht zur Diskussion stünden, solange Berichte der Wirtschaftsprüfer Wollert-Elmendorff und der Treuarbeit noch ausstünden.

Die Sondersitzung des Aufsichtsrates geht auf Initiative von Gerhard Renner, Vorstand der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) und Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank, zurück. Aufklärung erhofft sich Renner über Fehlerquellen im Hause der Deutschen Bank und ob möglicherweise „nicht sorgsam genug gearbeitet“ wurde. Renner wies auf die Hauptversammlung der Deutschen Bank in der kommenden Woche hin, auf der der Aufsichtsrat „sicherlich geprügelt“ werde. Das Gremium müsse deshalb aus erster Hand informiert sein.

Der Vorstandssprecher der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, Eberhard Martini, kündigte an, daß seine Bank bei Großkrediten künftig Unterlagen mit mehr Akribie auf Plausibilität und Echtheit prüft, „ohne in jedem Kunden einen Kriminellen zu sehen“. Auf die Schneider-Kredite von 468 Millionen DM bilde die Bank 1994 rund 150 Millionen DM Wertberichtigungen.

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