: Der leuchtende Hundekothaufen
■ ...und andere Ideen aus der 27. Bremer Ausscheidung von „Jugend forscht“
Es gehört schon fast zu einem ordentlichen Abendspaziergang, daß man plötzlich in ein seltsam weiches Etwas tritt...Dieses Etwas, so stellt sich raus, riecht übel und klebt im Profil der Schuhe wie sonst nichts.
Natürlich macht jeder Hund sein Geschäft genau in dem nur schwach ausgeleuchteten Bereich zwischen zwei Straßenlaternen.wo man es meist übersieht. So ähnlich muß sich jedenfalls die Forschungsvorgeschichte von Thomas Kleen abgespielt haben: Kleen ist Schüler des Hermann- Böse Gymnasiums und erstmalig Teilnehmer an dem Landeswettbewerb von Jugend forscht. Warum, sagte sich Thomas, sollte es nicht möglich sein, besagte Häuflein zum Leuchten zu bringen?
Eine Idee war geboren, und Thomas Kleen fand sich als einer von 165 Jugendlichen, die in diesem Jahr an dem Wettbewerb teilnahmen. „Ein Stück Kreativität in den oft tristen Schulalltag“, so bewertet Vertrauenslehrer Götz Illgen das Konzept der Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen, Schule und Wirtschaft. Bildungssenator Henning Scherf zeigte sich auf der gestrigen Pressekonferenz selbstverständlich zufrieden: „Gemessen am Bevölkerungsanteil stellen die bremischen Schulen die meisten Jungforscherinnen und Jungforscher in Deutschland“.
33 Einzel- und Gruppenarbeiten sind diesmal angemeldet worden. Noch größer war der Eifer unter der Schülerschaft, die einen eigenen Nachwuchswettbewerb bestreitet: dafür wurden 57 Arbeiten ins Rennen geschickt. Die Lehrer sind Ansprechpartner und Förderer zugleich — und dabei kommen dann so erstaunliche Dinge wie ein Airbag für Gabelstapler oder auch geheimnisvollen Zwiebelsaft gegen Schwermetalle im Körper oder die mikrobielle Kohleentschwefelung unter Einsatz von Thiobacillus ferrooxidans heraus.
Anreiz für die Jungforscher sind unter anderem die sieben jährlich zu vergebenen Forschungspraktika bei Bremer Industrieunternehmen. Alle Arbeiten sind noch bis morgen bei den Patenfirmen Systemtechnik Nord (STN) und ERNO Raumfahrttechnik in Bremen ausgestellt. Dann werden auch die Gewinner bekanntgegeben. Sie fahren dann zur Bundesausscheidung nach Berlin.
Apropos Hundekot: Die Idee Thomas Kleens ist ebenso einfach wie praktisch: Dem Hundefutter wird ein Zusatz, bestehend aus phosphoreszierenden Farbpigmenten beigemischt. Was am Ende dabei rauskommt, ist doch recht einleuchtend, oder? Hans-Jörg Werth
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