: Der Tod des Empedokles
(23 Uhr, ARD) Wie üblich wirkt auch die umstrittene Hölderlin-Inszenierung von Jean-Marie Straub und Daniele Huillet (BRD/Frankreich 1986) schroff, abweisend, sperrig, streng und auf seinen Geheimnissen entschlossen verharrend. Das paßt aber zu dem unvollendeten Hölderlin-Trauerspiel, das 1798 bis 1800 entstanden war. Verspottet und geächtet tritt Empedokles auf. Ähnlich wie Sokrates in Athen galt der Naturphilosoph als Verführer der Jugend von Agrigent im Sizilien der griechischen Antike. Empedokles, erst verstoßen und mit seinem Schüler verbannt, dann zur Rückkehr in die Gemeinde gebeten, entzieht sich der Welt; er stürzt sich in den Ätna - eine Art Sühne- und Opfertod. Daß der Straub-Film Hölderlins Verse zum Teil auch von Ausländern sprechen läßt, die nur mit äußerstem Schwung und pathetischem Anlauf über die Hürden der Verse kommen, ohne zu holpern, befremdet. Und doch stellt sich so die große Ferne her, die Unberührtheit der Verse, die ja auch keine Kompromisse mit den Zeitgenossen suchen. „Empedokles ist kein Film, den man irgendjemandem empfehlen kann. Aber wer sich ihm aussetzt, wird sich ihm nicht entziehen können“ ('Spiegel‘).
Nur noch 430 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen