: „Der Springer-Verlag hat ein besonders innovatives Demokratieverständnis“
Leon Holly
Konzepte von Demokratie gibt es viele: die repräsentative, die direkte, die sozialistische Rätedemokratie, und wie sie alle heißen. Der Axel-Springer-Konzern wartet mit einem besonders innovativen Demokratieverständnis auf. Die Verleihung des Axel-Springer-Preises an den US-Oligarchen Peter Thiel am Donnerstag begründete das Medienhaus mit dessen „unvergleichlichem Beitrag für die Resilienz der Demokratie“.
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Leon Holly ist Redakteur im Ressort taz zwei/Medien.
Thiels Unternehmen Palantir ist eine Maschine zum Sammeln riesiger Datensätze. Diese werden verwendet, um KI-Programme zu trainieren, die das Verhalten von Menschen überwachen oder wie beim Krieg gegen Iran oder bei der Einäscherung Gazas eine automatische Zielauswahl vornehmen. Und mit ihren Milliarden versuchen Thiel und seine Oligarchenfreunde, Wahlen zu ihren Gunsten zu drehen. Das alles ist demokratisch, denkt man wohl bei Axel Springer, solange der Demos es sich gefallen lässt. Vielleicht sollte der Demos also zur Besinnung kommen. Er könnte seine Tech-Overlords qua Mehrheitsbeschluss etwa an den Sehnsuchtsort des reichsten Manns der Welt verbannen. Und wenn es für den Mars nicht reicht, dann vielleicht wenigstens für den Mond.
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