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„Der Sinn der Organisation ist ihr Scheitern“

„Ende Juli '68 war grauenhaft: meine Freundin hatte mich nach Süden verlassen, ich hatte Zahnschmerzen und kein Geld, ernährte mich von Haferflocken. Und dann litt ich unter dem Zentralismus der Antiautoritären: es gab immer irgendwelche maßgebenden Genossen, das ging bis hin zum Tanzstil, dem Haarschnitt und der Kleidung, und vor allem dem Artikulationsvermögen. Um diese Alpha-Tiere haben sich alle anderen jeweils gruppiert. Ich war deswegen froh, als die Fraktionierung und Parteienbildung anfing und sich das alles vervielfachte. Obwohl die Selbstauflösung von SDS, AUSS natürlich klüger war. Im Grunde waren diese rigiden Organisationen des Zerfalls antiautoritärer als ihre Vorgänger. Auf einer taz-Party wurde KPD- Gründer Jürgen Horlemann neulich gefragt, warum er das alles damals mitgemacht habe: ,Das weiß ich bis heute nicht‘, war seine strahlende Antwort.“ (So Jürgen Siebert, Neukölln)

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