: „Der Sinn der Organisation ist ihr Scheitern“
„Ende Juli '68 war grauenhaft: meine Freundin hatte mich nach Süden verlassen, ich hatte Zahnschmerzen und kein Geld, ernährte mich von Haferflocken. Und dann litt ich unter dem Zentralismus der Antiautoritären: es gab immer irgendwelche maßgebenden Genossen, das ging bis hin zum Tanzstil, dem Haarschnitt und der Kleidung, und vor allem dem Artikulationsvermögen. Um diese Alpha-Tiere haben sich alle anderen jeweils gruppiert. Ich war deswegen froh, als die Fraktionierung und Parteienbildung anfing und sich das alles vervielfachte. Obwohl die Selbstauflösung von SDS, AUSS natürlich klüger war. Im Grunde waren diese rigiden Organisationen des Zerfalls antiautoritärer als ihre Vorgänger. Auf einer taz-Party wurde KPD- Gründer Jürgen Horlemann neulich gefragt, warum er das alles damals mitgemacht habe: ,Das weiß ich bis heute nicht‘, war seine strahlende Antwort.“ (So Jürgen Siebert, Neukölln)
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen