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Der Schuß von der Kanzel

■ Kirche unterstützt Media-Kette mit werbewirksamen Protest / Media-Markt bereut

Mit öffentlicher Kritik und einer Beschwerde beim Deutschen Werberat haben Kirchen in Bremen und Niedersachsen auf eine Werbekampagne der Firma Media-Markt reagiert und ihr Verletzung religiöser Gefühle vorgeworfen. Über Funk, Plakate und Anzeigen hat die Firma mit Texten geworben wie „Ihr sollt keine Anzeigen lesen neben dieser hier“. Eine geschmacklose Verfälschung biblischer Aussagen zu Werbezwecken, meint Horst Janus, theologischer Referent der Bremischen Evangelischen Kirche.

Um öffentliche Rüge der Firma und ihrer Agentur hat Pastor Eckhard Gorka den Deutschen Werberat gebeten. Der Sprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers schrieb, es sei nicht länger hinzunehmen, „daß gerade jene Bibeltexte, an denen Menschen ihr Leben und Sterben ausrichten, zu Werbung mißbraucht werden.“

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Koblenz ähnliche kirchliche Reaktionen gegeben. Demgegenüber hatte der örtliche Geschäfsführer der Firma, Horst Steinlein, erklärt, der in der Anzeige abgebildete Prediger, dem die Zitate in den Mund gelegt wurden, sei bewußt nicht mit der Kirche in Verbindung gebracht worden, sondern karikiere den amerikanischen Sektierer der 50er Jahre. Kirchliche Symbole und konkrete Bibelzitate seien nicht verwendet worden, aber Motive aus der Bibel hätten schon immmer in der Umgangssprache Verwendung gefunden, schrieb Steinlein an den Koblenzer Superintendenten.

Und in diesem Sinne hat der Media-Markt pormpt reagiert. In Braunschweig wurden jetzt die anrüchigen Plakatwände überklebt: „Liebe Gemeinde“, dann folgen sprichwörtlich gewordene Bibelzitate. Der Text endet mit den Worten: „Wir bereuen alles, nur nicht die kleinen Preise“. epd

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