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Der Henker war schneller

■ Philippinen: Besetzte Telefonleitung verhindert Aufschub einer Hinrichtung

Manila (AFP/taz) – In den Philippinen ist Präsident Joseph Estrada an einer besetzten Telefonleitung gescheitert, als er in letzter Minute eine Hinrichtung verhindern wollte. Wie ein Sprecher Estradas gestern sagte, erreichte der Anruf eines Mitarbeiter des Präsidenten das Gefängnis in Manila nicht mehr rechtzeitig. Im Raum der Hinrichtung hätten Gefängniswärter zwar noch gerufen „Halt, halt!“, doch die tödliche Injektion sei schon verabreicht gewesen. Der wegen Vergewaltigung seiner 14jährigen Tochter zum Tode verurteilte Eduardo Agbayani starb um 15.11 Uhr Ortszeit.

Eine ältere Tochter, Fidelina Agbayani, war als Zeugin bei der Hinrichtung ihres Vaters anwesend. Augenzeugen zufolge fing sie an zu weinen, als jemand „halt“ rief. „Bringt meinen Vater zurück ins Leben“, habe sie gerufen.

Präsident Estrada hatte sich in letzter Minute für einen Aufschub der Hinrichtung entschieden, nachdem ihn der katholische Bischof Teodoro Bacani angerufen hatte. Noch am Morgen hatte sich Estrada explizit für die Exekution ausgesprochen. Agbayani war der zweite Häftling, der auf den Philippinen seit 23 Jahren hingerichtet wurde. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1994 wurden dort über 900 Menschen zum Tod verurteilt. Die erste Hinrichtung fand im Februar statt, für Montag ist eine weitere angesetzt. han

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