: Der Fisch des Premierministers
Wochenlang rätselte die britische Öffentlichkeit, worüber sich die drei Herren auf dem Foto wohl amüsieren. Denn Grund zum Lachen hat eigentlich keiner der drei Politiker: Premierminister John Major ist der unbeliebteste Politiker, seit es eine Popularitätsskala gibt, Labour-Chef Tony Blair hat Ärger mit seinen Hinterbänklern, und Paddy Ashdown, der Chef der Liberalen Demokraten, wird nie das Land regieren. Das bescheinigte ihm jedenfalls eine große britische Zeitung am Montag zu Beginn des Liberalen-Parteitags. Der Grund für die Heiterkeit muß also ein anderer sein.
Paddy Ashdown enthüllte jetzt das Geheimnis des Fotos, das im vergangenen Monat zum 50. Jahrestag des Sieges über Japan aufgenommen wurde. Major habe von einer Malaise seines Goldfisches erzählt, sagte Ashdown. Der arme Fisch litt so sehr unter der für England unüblichen Sommerhitze, daß der Premierminister ihn auf Anraten des Veterinärs mehrmals täglich aus dem Teich holen und ihm die Schuppen mit Sonnenöl einreiben mußte. Das Pressebüro in Majors Amtssitz in der Downing Street verweigerte allerdings jede Auskunft über das Wohlbefinden des Tieres. Man bestätigte lediglich, daß Major hinter seinem Privathaus in Huntingdon einen kleinen Teich mit Goldfischen besitze, an denen der Premierminister sehr hänge. Alles andere sei Privatsache und gehe nur ihn und die Fische etwas an. RaSo
Abb.: Guardian
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen