: Der Ehesong
Hauptsache ist, daß man auf alles einen Kognac nimmt
Und so ner Sache klar ins Auge blickt
Und schaut, ob diesem ganzen Kerzenzimt
Auch ein gesunder Sinn zugrunde liegt:
Man ist versorgt. Man hat eine Familie.
Sonst hat man ja doch weder Fleisch noch Fisch
Man ist mal eben nicht so wählerisch:
Am Morgen ist man dafür dann auch frisch
Und kommt man heim: das Fleisch steht auf dem Tisch.
Die Frau schenkt einem schließlich ihre Lilie!
Da natürlich wär es schön, wenn dann
Unsereiner etwas tiefer schürfte
Daß die Bindung nicht so flüchtig ist und man
Seine zwei, drei Jahre damit rechnen dürfte...
Denn wir sagen uns: In diesem traurigen Leben
Ist die Liebe immer das Sicherste doch
Und wir wissen ja: Es wird sie nicht immer geben
Aber jetzt scheint der Mond über Soho noch.
Bert Brecht
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen