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Der Clan

■ Mustafa Barzani und die KDP

Mulla Mustafa Barzani (1904- 1979) stammt aus dem Dreiländereck im Norden Irakisch- Kurdistans, einem Landesteil, in dem Stammeszugehörigkeiten und Einzelpersönlichkeiten eine große Rolle spielen. Im Zuge von Revolten in den dreißiger und vierziger Jahren kristallisierter er sich als die zentrale Gestalt der kurdischen Nationalbewegung heraus. 1945 wurde er in den Iran ausgewiesen, wo er der kurzlebigen Republik von Mahabad als Verteidigungsminister diente. Nach ihrer Zerschlagung durch die iranische Armee flohen Barzani und seine Mitstreiter zunächst in den Irak; von dort aus gelangten sie in einem gewagten „langen Marsch“ entlang der türkisch-iranischen Grenze in die Sowjetunion.

Nach einem Putsch 1958 konnte er in den Iran zurückkehren, mußte sich aber zunächst mit seinen eher sozialistisch ausgerichteten Konkurrenten in der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) auseinandersetzen — ein Konflikt, der zu regelrechten Stammeskriegen führte.

Dennoch blieb Barzani in den sechziger und frühen siebziger Jahren ungeachtet weiterer innerer Konflikte und Kämpfe der unbestrittene Führer der Kurden. Erst nach seinem engen Bündnis mit dem Iran und der daraus resultierenden Niederlage der Kurden 1975, begann sein Stern zu sinken. Doch die KDP blieb fest in den Händen des Barzani-Clans. Mustafas Söhne Idris und Masud standen an der Spitze der Partei, seit dem Tod von Idris 1987 wird sie von Masud alleine geführt. Er ist heute der militärische Führer der Kurdistan-Front. b.s.

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