: Demokratie ist, wenn alle kuschen!?
■ betr.: „Demokratie-Übung ohne Ausländerbeteiligung“ (Steglitzer Rektor ließ AusländerInnen nicht an Probewahl teilnehmen), taz vom 16.6.94
Blöder geht's wohl nicht. Da lassen es 250 SchülerInnen und die gesamte Lehrerschaft der Steglitzer Hermann-Hollerith-Oberschule zu, daß eine kleine Gruppe von 39 ausländischen Jugendlichen nicht an der „Übung in parlamentarischer Demokratie“ („Probewählen“) teilnehmen konnten. Weder vor noch nach dieser Aktion haben die ausländischen Jugendlichen offenbar Unterstützung von den ansonsten nicht müde werdenden Parolen-Erfindern der Alt-68er-Lehrer erfahren.
Der taz-Redakteur – Peter Lerch – hatte auch nichts Besseres zu tun, als in orthodoxer linker Manier den Hauptfeind – in diesem Fall der Rektor – zu „entlarven“ und ein bißchen mit einem GEW- Sprecher über diesen Fall zu plaudern. (Was aus der Ecke zu erwarten ist, ist hinlänglich bekannt, nämlich: gar nichts!)
Ich hätte gern einmal dieses feige Lehrerpack gefragt, was gewesen wäre, wenn sie sich für eine Teilnahme der ausländischen Jugendlichen eingesetzt hätten. Wäre ihnen das Häuschen in der Toscana weggenommen worden oder hätten sie bloß den Liebesentzug vom Rektor aushalten müssen? Wehret den Anfängen! Ingrid Meyer
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