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Das Straßenbild

Die Reklamerezension. Heute: Huch!

Haben Sie schon mal eine Plakatwand fotografiert? Seien Sie froh! Immer werden Hälse gereckt. Häh, was fotografiert’n der da? Bei Zigarettenreklame oder sonst Harmlosem geht’s ja noch an. Große Heiterkeit jedoch konnte der Straßenrezensent vor ein paar Wochen bei einer Reisegruppe auslösen. Deren Bus nämlich kam just in dem Moment an einer Ampel zum Stehen, als Ihr treuer Chronist dort eine leidenschaftliche Kondomwerbung fotografierte. Die lustigen Kommentare drangen zwar nicht heraus, es war aber kaum zu übersehen, dass der Kleinbus durch das Gelächter der Insassen lustig vor sich hin wackelte.

Neulich in Malmö gab es wieder Getuschel. Typisch, diese deutschen Touristen! Kaum sind sie in Schweden, haben sie nur Augen für skandinavischen Schweinkram. Ach, sollen die Schweden doch reden. Aids-, Aufklärungs- und Kondomplakate sind immer spannend. Was wird gezeigt? Wo ist die Grenze des Zeigbaren? Das Malmöer Beispiel kommt halbwegs freizügig daher. Ein eher dunkler Herr und eine helle, eher wuchtige Lady vergnügen sich vor Rapslandschaft in einem Sportcoupé. Was die beiden dürren Herren allerdings während eines offenbar sommerlich kontingentierten Saunagusses mit den „sköna kondomer“ von komikondom anstellen sollen, bleibt unklar. „Två personer – en kondom“ heißt es beim gemischten Doppel, „Två personer – två kondomer“ bei den Herren. Nanu? Eine Person ist eine Person ist eine Person, sagte schon die Stein. Geht es hier um den guten alten Differenzfeminismus? Oder fehlt einfach nur der Mumm, dem Unterschied einen Namen zu geben? „En penis – en kondom“. So schwer ist’s nu ooch wieder nich.    RKR

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