■ Das Portrait: Gertrude Duby Blom
Fotografin in Mexiko Foto: Jutta Schütz
Mehr als vierzig Jahre lang hat die legendäre „Königin des Dschungels“ das Leben von Lacandonen, Tzeltal- und Tzotzil-Mayas in Chiapas mit der Kamera festgehalten und für den Erhalt des Urwalds gekämpft. Die Aufstände der indianischen Bauern in der mexikanischen Provinz hat sie nicht mehr erlebt. Gertrude Duby Blom starb am 23. Dezember – 92jährig – in San Cristóbal de las Casas.
Trudi, wie sie von ihren Freunden genannt wurde, hatte ein abwechslungsreiches Leben, sie war Journalistin, Frauenrechtlerin, Sozialistin, Rednerin gegen Hitler, Emigrantin, Abenteurerin, Ethnologin und schließlich Verteidigerin der Rechte der Indianer und als Umweltschützerin in Mexiko aktiv.
Gertrude Lörtscher wurde 1901 in Wimmis im Berner Oberland geboren, studierte Gartenbau und engagierte sich politisch, zunächst als Sozialdemokratin, dann als Mitbegründerin der Sozialistischen Arbeiterpartei, schließlich als Kommunistin. Gegen die Nazis hält sie flammende Reden. 1933 mußte sie aus Deutschland fliehen. In Paris organisierte sie einen Weltkongreß der Frauen „gegen Krieg und Faschismus“.
Die erste Ehe mit dem gewerkschafter Kurt Duby war zerbrochen, die Familie hatte sich von der „roten Gertrude“ losgesagt. Bei Kriegsausbruch wurde die Widerstandskämpferin verhaftet. Nach ihrer Freilassung verließ sie den Kontinent und ging nach Mexiko.
Dort machte sie ihre ersten Fotos von den „Zapatistas“. Ihr Haus in San Cristóbal, wo sie mit ihrem zweiten Mann, dem dänischen Archäologen Frans Blom lebte, ist ein restauriertes Kloster.
Die „Casa na Bolom“, das „Haus des Jaguars“, wird zu einem Zentrum der Maya- Forschung und einem Treffpunkt für Archäologen, Ethnologen, Reisende, Filmemacher und Reporter.
Trotz ihres Engagements konnte Gertrude Duby Blom nicht verhindern, daß weite Teile des Urwalds von Holzfällern zerstört wurden.
Ihr Vermächtnis sind Zehntausende von Fotografien, die den Regenwald, das Leben der Lacandonen und die indianischen Kulturen des Hochlands von Chiapas dokumentieren. Ihre Bilder wurden in Ausstellungen rund um den Globus gezeigt. Jutta Schütz-Gormsen
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen