: Das Kohlsche Monstrum funktioniert
■ betr.: „Kein Homo-Bitburg“, „Sieg der Basis über die Schwulen- Funktionäre“, taz vom 13.6.94
Dieser „Bitburger Widmungstext“ an der staatlichen Kranzablage „Neue Wache“ ist und bleibt ein Skandal. Aber niemand spricht mehr darüber. Das Kohlsche Monstrum funktioniert seit Monaten täglich – von Morgenstund bis Abendgrauen. Weil sich niemand mehr darum kümmert.
Die Kranzaktion des Schwulenverbandes SVD hätte Gelegenheit geboten, den Skandal aus der Verdrängung zu holen.
Ob die Absage der Kranzaktion ein „Sieg“ war oder ein geschenktes Ruhepolster für den Aussitz- Kanzler, das bleibt die Frage. Ein Sieg „der Basis“ war es sicher nicht. Die „Homo-Basis“, das sind zirka 250.000 Schwule und Lesben in Berlin, mit unterschiedlichen Meinungen, nicht aber „drei Schwule und 40 Promis“ oder Lokalverbände.
Es gibt eben nicht immer nur eine Wahrheit und gut gemeint, heißt nicht immer, gut getan. Joachim Müller,
Andreas Sternweiler,
Mitarbeiter des Schwulen
Museums Berlin
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen