: Das Geldbeuteltier
Schurken, die die Welt beherrschen wollen – heute: Wolfgang „Zapfhahn“ Kubicki
Von Peter Köhler
Freiheit ist kein leeres Wort, es ist ein Wort voller Freiheit! Ein Wort, das meint, was es sagt, und sagt, was es meint: die Blume der Freiheit. Damit kann dieser Text bereits zum Schluss kommen: Nur der freie Bürger in einer freien Welt kann darum ein freier Mensch und ein Kubicki sein!
Frei sein – dieser Schlenker sei zur Verdeutlichung, Wiederholung und Sicherstellung noch eingebaut – heißt natürlich mehr, als nur frei sein, es heißt auch: liberal sein. Liberal sein wiederum bedeutet mehr, als nur liberal zu sein! Es heißt, frei und liberal für die liberale Freiheit wie für den freien Liberalismus Partei zu ergreifen, damit auf dem freien Markt im freien Wettbewerb mit anderen freien Wettbewerbern am dicken oder dünnen Ende – das entscheidet der Markt, wie erwähnt und bewiesen – das beste Produkt sich durchsetzt: Wolfgang Kubicki.
Ein Höhepunkt, ein Sieg, ein erster Platz zum ersten Mal in 74 Jahren – von ihm errungen und erfochten in einem freien und ungeschützten Wettbewerb gegen die Konkurrentin Leutheusser-Schnarr-, nein: Strack-Schnarr-, also: Strack-Zimmermann. Ein Triumph, ein Schmeckewöhlerchen für Wolfgang Kubicki, der auf dem freien Markt freier Wahlen im freien Wettbewerb um diesen freien Platz zuvor kein Mal sich durchsetzen konnte!
Zwar hat er Jahrzehnte im schleswig-holsteinischen Landtag und im Bundestag verbracht, doch seine Anwesenheit verdankte das Nischenprodukt Kubicki keinem einzigen Erfolg in offener Feldschlacht. Sondern den braven Helferlein seiner Partei (Hilfestellung für junge Erstleser: die FDP), die ihn auf sicheren Listenplätzen festschraubten, sodass ihm wenige Prozent genügten, um ins Parlament gespült und geschwipst zu werden und dort fortan den Wettbewerb zu preisen.
Angetragene Ämter in einer nach DIN kollegial zu führenden Regierung lehnte die regelmäßig in Kiel beziehungsweise Berlin einschlagende Rakete stets ab und stellte sie in den Kasten zurück. Das Halbdunkel als Fraktionsführer im Landtag und das verborgene Wirken im Wirtschaftsausschuss und anderen nützlichen Zirkeln des Bundestages reichte dem talentierten Darsteller stets und gab genug Anknüpfungspunkte.
Womit nun wirklich alles gesagt ist! Nur zum Spaß erwähnt sei bloß noch Kubickis anderes, zweites Bier, nein Bein in seinem schnurrenden Berufsleben, gegründet auf ein Studium der Betriebswirtschaft, um Geld zu machen; und danach auch des Rechts, um die Beute sicher zu machen.
So mutierte er zum Rechtsbeistand des milliardenschweren Hanno „Cum-Ex“ Berger und zum Berater bei der Privatisierung der Mülldeponie Schöneberg, wofür er in Kiel 850.000 Mark abzapfte und der Lübecker Geschäftsmann Adolf Hilmer als Pächter über 50 Millionen schaufelte, dieweil das Land Mecklenburg-Vorpommern die Umweltschäden nüchtern abstottern durfte. Doch verstand es der Angeklagte, Blödsinn, wusste Wolfgang Kubicki immer sauber zu bleiben – fest steht bloß: Das Vorurteil, die Liberalen seien gegen Enteignungen, ist unwahr. Wahr ist das Gegenteil, sie sind für die Enteignung von Gemeineigentum.
Damit sind wir nun leibhaftig am Ende. Kubicki, als Politiker wie als Anwalt, ist eben Kubicki, einer für sich und, so viel Selbstlosigkeit muss sein, ein Kubicki für andere. Ein Politiker mit Ecken und Schrullen, der deshalb die anderen Wirtschaftsliberalen, die von der AfD, nicht rundherum ablehnt; deshalb auch nicht die im Februar 2020 vorgefallene Wahl seines Parteifreunds Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten Thüringens mithilfe der AfD. Auch die freien Radikalen von heute brauchen vielleicht eines Tages die Nazis wie einst im März 33, als Th. Heuss und seine Kompagnons aus Angst vor den Roten braun wurden.
Freiheit ist nun mal kein leeres Glas, also Wort – es steckt Geld darin, Triebfeder und Heckmotor des liberalen Politikers und Geschäftemachers. Freiheit ist ihm kein obskures Objekt der Begierde, sondern ein zählbares, und wer frei für diese seine Freiheit kämpft, ist niemals ein „Spacken“, eine „Dumpfbacke“ oder eine „kleine Kanalratte“, die einem bei Kubicki einlallen, einfallen!, wenn man recherchiert, wie er andere (andere!) nennt!
Mögen die Schritte seiner Partei immer dünner, dunkler und schwankender werden, die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin danebenrutschen, im nächsten Jahr auch Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Graben landen, am Ende steht immer noch fest und frei Mallorca da, die Blume des Mittelmeers. Prost!
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen