piwik no script img

DGB steht hinter Senat

■ DGB-Vorsitzender Pagels zum kommunalen Ausländerwahlrecht / „Nur der erste Schritt“

Der Berliner DGB-Vorsitzende Pagels hielt anläßlich einer ausländerpolitischen Tagung der Gewerkschaft eine Rede zum kommunalen Ausländerwahlrecht. Pagels forderte den Senat auf, trotz der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts an der Einführung des kommunalen Ausländerwahlrechts festzuhalten. „In Berlin lebt heute etwa jeder achte Mensch ohne deutschen Paß. Das heißt, zirka 250.000 Menschen sind in unserer Gemeinschaft von den demokratischen Entwicklungen ausgeschlossen.“ Ohne das Stimmrecht auf kommunaler Ebene sei „wirkliche Integration nicht möglich“. Doch stelle die Einführung dieses Wahlrechts nur einen ersten Schritt dar. Die Gewerkschaft fordere mehr: So solle nach fünfjährigem Aufenthalt ohne Beschränkung die Aufenthaltsgenehmigung erteilt werden, nach acht Jahren solle das Niederlassungsrecht gewährt werden. Ehegatten und Kindern solle im Rahmen der Familienzusammenführung ein Daueraufenthaltsrecht genehmigt werden. Aufenthalts- und Niederlassungsberechtigte AusländerInnen sollen einen Rechtsanspruch auf Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten, wobei die Beibehaltung der bisherigen Staatsbürgerschaft nicht im Wege stehen soll. Auch für die Kinder von AusländerInnen sollten endlich integrationsfördernde Maßnahmen beschlossen werden. Pagels versicherte dem Senat, daß sich die Gewerkschaft bei einer Kampagne von REPs und CDU gegen die Einführung des Ausländerwahlrechts voll hinter den Regierenden und den Senat stellen werde.

taz

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen