die gute nachricht: DAX-Vorstände kriegen weniger Kohle
Jahrelang hieß es immer nur: Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich nimmt zu. Nun könnte sich der Trend gewendet haben: Verdiente im Jahr 2021 ein Vorstand in einem DAX-Konzern das 52-Fache einer einfachen Arbeitskraft, schrumpfte der Abstand im vergangenen Jahr auf das 38-Fache. Denn zum einen verdienten die Manager*innen in Deutschland weniger – im Schnitt rund 3,3 statt 3,6 Millionen Euro. Zum anderen konnten die Beschäftigten deutliche Lohnerhöhungen erzielen. Das zeigen Zahlen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.
Der Rückgang der Ungleichheit könnte auch gut für die jüngst eher nur noch mau laufende Konjunktur sein. Zumindest theoretisch. So zeigte vor einigen Jahren der französische Starökonom Thomas Piketty, dass das Wirtschaftswachstum unter zunehmender Ungleichheit leidet. Die Verringerung der Kluft zwischen Arm und Reich ist also so etwas wie ein Konjunkturprogramm, das den Staat nichts kostet. Simon Poelchau
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen