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Crowdfunding-Projekt für WohnungsloseGeburtstag auf der Straße feiern

Mit einem Projekt will ein Hamburger Verein Feste für Obdachlose organisieren. Über 45.000 Euro kamen dafür zusammen.

Kuchen, Geschenke, Familie und Freunde: Jedes Jahr wird Geburtstag gefeiert. Doch wer feiert eigentlich mit Obdachlosen? Die Geburtstage von Menschen, die auf der Straße leben, werden häufig vergessen. Doch auch Wohnungslose möchten diesen Ehrentag gemeinsam mit anderen Menschen verbringen. Deshalb startete ein ehrenamtlicher Verein aus Hamburg das Projekt StrassenGeburtstag.

Die Idee dazu kam von Obdachlosen selbst. Seit einigen Jahren veranstaltet der Verein StrassenBlues ein Weihnachts-Event für Wohnungslose. Ein Konzept, das sich auf das ganze Jahr ausweiten ließe, wie einige Wohnungslose vorschlugen. Im September soll bereits das erste Geburtstagsfest stattfinden.

Die Idee: In einem digitalen Geburtstagskalender sollen die Obdachlosen von Schüler*innen mit Fotos, Videos und Texten porträtiert werden, in dem sie die Menschen und deren Wünsche vorstellen. Zwei Lehrerinnen aus dem StrassenBLUES-Team wollen dafür spezielle Unterrichtseinheiten konzipieren, um die Kinder für das Thema Wohnungslosigkeit zu sensibilisieren.

Interessierte Schenker*innen können sich in dem Kalender über die Wünsche der zu beschenkenden Obdachlosen informieren. Wenn Schenker*in und Obdachlose*r zusammenpassen, führen die Ehrenamtlichen sie in einem „Matching“ zusammen.

Schlittschuhe für Horst

Bei gemeinsamen Festen sollen die Geburtstagskinder dann mit einem Abendessen, der Geschenkübergabe und einem Austausch zwischen Beschenkten und Schenkenden gefeiert werden. Nikolas Migut, Gründer von StrassenBlues, erläutert: „Viele wollen spenden, aber auch wissen, wo die Spenden hingehen.“ Ein persönliches Treffen könne den Weg zu längerfristigen Kontakten oder sogar einer Patenschaft ebnen, so das Konzept.

Der Initiator des Geburtstagsprojektes erzählt, wie sich der wohnungslose Horst bei einer Weihnachtsfeier beispielsweise Schlittschuhe wünschte. Zwei Frauen erfüllten ihm den Wunsch und verabredeten sich häufiger zum gemeinsamen Schlittschuhlaufen.

Bisher beschränkten sich die Geschenkwünsche der Obdachlosen häufig auf nützliche, alltägliche Dinge. Ein Rucksack, eine warme Jacke für den Winter, aber auch mal ein Fahrrad, um mobil sein zu können.

Um das Geburtstagsprojekt beginnen zu können, startete der Hamburger Verein ein Crowdfunding und sammelte über 20.000 Euro für die Organisation der Feiern sowie den Aufbau des Online-Kalenders.

Bald auch in Berlin

Zusätzlich dazu wurde der StrassenGeburtstag aus über 40 Projekten ausgewählt und mit dem Jurypreis des Deutschen Integrationspreises ausgezeichnet. Insgesamt konnte der Verein also über 45.000 Euro für das Projekt gewinnen.

Mit einem Teil des Geldes will StrassenBLUES die Karuna Sozialgenossenschaft unterstützen, die ein ähnliches Projekt in Berlin umsetzen möchte. Das teilte Lutz Müller-Bohlen, Karuna-Gründungsmitglied, in einem Video auf Twitter mit.

Nikolas Migut findet, dass ein Geburtstag für jeden Menschen etwas Besonderes und Persönliches ist. Das Projekt soll erreichen, dass sich „Menschen mit und ohne Obdach auf Augenhöhe begegnen können“.

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