Covid-Vakzin in Afrika: Impfquote vier Prozent

Malawis Präsident geißelt die global ungleiche Verteilung von Covid-Impfstoff. Er übernimmt den Vorsitz der Gemeinschaft des südlichen Afrika SADC.

Menschen stehen mit Masken an einer mobilen Impfstation an

Mobile Impfstation in Abidjan, Elfenbeinküste Foto: Luc Gnago/reuters

LILONGWE taz | Mit einer Breitseite gegen globale Impfungsgerechtigkeit hat Malawis Präsident Lazarus Chakwera den rotierenden Vorsitz der Regionalorganisation SADC (Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika) übernommen. Die Führer der Welt würden Afrikaner als Bürger zweiter Klasse behandeln, sagte er in seiner Antrittsrede auf einem SADC-Gipfel am Dienstag in Malawi. Gewisse Länder würden die ungleiche Verteilung von Impfstoffen festigen.

Lückenhafter Zugang zu Impfstoffen, sagte Chakwera, untergrabe die Bemühungen, das Leben von Millionen Menschen zu retten. „Ich möchte daher dem Rest der Weltgemeinschaft etwas Grundsätzliches sagen“, so Malawis Präsident: „Die Ungleichheiten, die wir in der Verteilung und Produktion von Covid-19-Impfstoffen beobachten, sind symptomatisch für einen alten geopolitischen Rahmen, der nicht mehr funktioniert, nicht mehr haltbar ist, nicht mehr akzeptabel ist.“

Chakwera verurteilte einen „Rahmen, der die Welt als eine Farm der Tiere ansieht, in der manche Nationen gleicher sind als andere. Ich spreche von einem Rahmen, der manche Nationalitäten als besonders im Vergleich zu anderen ansieht. Ich spreche von einem Rahmen, der manche Menschenleben als rettenswerter als andere ansieht. Unsere Botschaft an diese Nationen, die diesen Rahmen fördern und bewahren, ist eine einfache: Ihr benutzt eine abgenutzte und gescheiterte Formel. Afrikanische Länder sind vollwertige Mitglieder der globalen Gemeinschaft. Punkt. Um der Würde aller Menschen überall willen haben wir als Afrikaner eine moralische Pflicht, uns zu weigern, als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden.“ Dies „werden wir nicht akzeptieren, wollen wir nicht akzeptieren, können wir nicht akzeptieren“.

Die internationalen Finanzinstitutionen, so Chakwera weiter, müssen die Bedingungen ändern, die sie afrikanischen Ländern seit Jahrzehnten aufzwingen. Und Afrika müsse stärker an Entscheidungen der Vereinten Nationen über Frieden und Sicherheit in der Welt beteiligt werden. „Die Zeit ist gekommen für uns, zu insistieren, dass Afrika mindestens einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat hat.“

Chakwera wurde 2020 zum Präsidenten Malawis gewählt in einer historischen Wahl, die sein Vorgänger zunächst gefälscht hatte, bis das Verfassungsgericht sie annullierte und Neuwahlen ansetzte. Zuletzt wurde ihm allerdings in Malawi zunehmend diktatorisches Verhalten vorgeworfen.

Afrika bleibt weit hinter dem Rest der Welt zurück, was Covid-19-Impfungen angeht. Nach aktuellen Angaben der Afrikanischen Union sind 4 Prozent der afrikanischen Bevölkerung einmal und 1,75 Prozent zweimal geimpft. Malawi liegt bei leicht über 2 Prozent. Die SADC-Region, die von Südafrika bis zur Demokratischen Republik Kongo reicht, ist der am schwersten von der Pandemie betroffene Teil Afrikas.

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