: Costa Rica: Besetzer verhandeln
■ Neues Ultimatum / Keine Verbindung zur Kokainmafia
San José (AFP) – Die Besetzer des Obersten Gerichtshofs in Costa Ricas Hauptstadt San José haben am Dienstag ihr Ultimatum verstreichen lassen und der Regierung eine neue Frist gesetzt, um ihre Forderungen zu erfüllen. Zugleich schraubten sie ihre Lösegeldforderung von ursprünglich 20 Millionen Dollar auf 8 Millionen Dollar zurück. Die Geiselnehmer hatten damit gedroht, das Oberste Gericht in die Luft zu sprengen, falls die costaricanische Regierung ihre Forderungen nicht bis Dienstag, 15.00 Uhr Ortszeit erfüllen sollte. Nach Angaben von Sicherheitsminister Luis Fishman verlängerten die schwer bewaffneten Männer, die sich selbst „Todeskommando“ nennen, ihr Ultimatum bis Mittwoch, 13.00 Uhr.
Die Besetzer verlangen außer dem Lösegeld die Freilassung von mehreren in Costa Rica inhaftierten Personen und freies Geleit in ein nicht näher bezeichnetes lateinamerikanisches Land. Laut Medienberichten sollen sich unter den Geiselnehmern Kolumbianer befinden. Fishman sagte, das aus vier Personen bestehende Kommando werde von zwei Brüdern angeführt, die früher der costaricanischen Polizei angehörten. Zugleich dementierte er Berichte, wonach die Geiselnehmer in Verbindung zum kolumbianischen Kokainkartell von Medellin stünden.
Angehörige der beiden Brüder sagten, einer von ihnen leide an einer akuten Zirrhose, die nur durch eine Lebertransplantation behandelt werden könne. Möglicherweise solle das Lösegeld der Finanzierung der Operation dienen.
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