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Chinesisches Unternehmen kauft deutschen Entsorger

Müll Peking setzt auf deutsche Technik, um gigantische Abfallberge abtragen zu können

rtr | In Deutschland bahnt sich die erste Milliardenübernahme durch ein Unternehmen aus China an. Beijing Enterprise hat den Zuschlag für 18 Müllverbrennungsanlagen erhalten, die der Finanz­investor EQT vor knapp drei Jahren vom Energieversorger Eon übernommen hatte. Der bisherige Eigentümer von EEW Energy from Waste bezifferte den Preis für die Anteile auf 1,44 Milliarden Euro.

Einschließlich Schulden müssen die Chinesen Insidern zufolge sogar 1,8 Milliarden Euro stemmen. Beijing Enterprise stach den finnischen Versorger Fortum und die deutsche Steag, aber auch zwei chinesische Rivalen aus. „Das Rennen war sehr knapp, der Zweitplatzierte hat 2 Prozent weniger geboten“, sagte ein Insider. Das Bundeswirtschaftsministerium muss dem Verkauf an die Chinesen nach noch zustimmen.

Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Helmstedt betreibt mit 1.050 Mitarbeitern Müllöfen, in denen aus Abfall Strom, Dampf und Fernwärme erzeugt wird. Mit der Technik hoffen die Chinesen die wachsenden Müllberge zu bewältigen, die sich unter anderem um die Hauptstadt Peking buchstäblich auftürmen. Die chinesische Regierung schätzt den Inhalt der Müllhalden auf 7 Milliarden Tonnen. Sie hatte 2013 insgesamt 16 Milliarden Dollar für die Verbesserung der Müll­entsorgung bereitgestellt. Bis 2030 sollen 30 Prozent des Abfalls verbrannt und zur Stromerzeugung verwendet werden.

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