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CDU will Frauenquote

■ Neuer Anlauf: Den Frauen ein Drittel von allen Parteiämtern und Mandaten

Bonn (AFP/taz) – Die CDU versucht zum zweiten Mal, eine Frauenquote in der Partei durchzusetzen. Auf dem Bundesparteitag vom 20. bis 22. Oktober in Hannover soll den Delegierten erneut eine entsprechende Änderung der Parteisatzung vorgeschlagen werden. Das kündigten die Vorsitzende der Frauenunion, Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, und Generalsekretär Peter Hintze gestern in Bonn an. Sie wollen Frauen mindestens ein Drittel der Parteiämter und der Mandate sichern. Auf dem Parteikongreß im Oktober 1995 hatte die Parteiführung eine bittere Niederlage erlitten, als ihr Antrag für eine Quote an fünf Stimmen scheiterte. Süssmuth und Hintze zeigten sich aber zuversichtlich, jetzt die erforderliche Zustimmung zu bekommen.

Die Bundestagspräsidentin erwartet in Hannover gleichwohl eine erneut kontroverse Debatte über das Thema. Der Frauenanteil unter den knapp 700.000 CDU- Mitgliedern liegt nur bei etwa 25 Prozent. Es gebe auch unter Frauen in der Partei weiterhin Widerstand, so Hintze und Süssmuth. Das bestätigte Bundestagsabgeordnete und Quotengegnerin Erika Steinbach gegenüber der taz. „Viele sind das Thema leid und denken, daß wir wichtigere Themen in Deutschland haben als die Frauenquote.“ Es sei auch nicht unbedingt demokratisch, die Quote immer wieder vorzulegen, bis sie schließlich durchgesetzt werde. Als Steinbach letztes Jahr die Frankfurter Frauenunion nach der Quote befragte, waren zwei Drittel dagegen. ka

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