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■ CDU-Computerspiel im TestWo bleibt die Polizei?

„Wie hoch ist die Ludwigssäule in Darmstadt?“ Ist es das, was der Jungwähler wissen will? Oder kreist sein Interesse etwa um diese hochbrisante Frage: „Wie hoch ist die erwartete Entlastung des Bundeshaushalts durch die Bahnreform bis 2003?“ Wenn Sie über einen IBM-kompatiblen Rechner mit Festplatte verfügen, können Sie Ihren Wissensdurst über diese Fragen stillen.

Computerspiele als Wahlhilfe – alle großen Parteien haben dieses Mittel entdeckt. Die CDU kommt mit „Kennste Deutschland?“ auf den Markt. Entworfen wurde das Spiel offenbar von einem pensionierten Geographie-Gymnasiallehrer. Mit dem Zug muß sich der Jungwähler etwa von Aschaffenburg nach Eisenhüttenstadt bewegen und dabei entscheiden, ob er lieber über Marburg, Gießen, Bad Berleburg oder Korbach reisen möchte. Aber Vorsicht, wenn die Ökos den Weg kreuzen: „Robin Steel hat die Schienenanlage der Magnetschwebebahn besetzt“, heißt es dann. „Nach zwei Stunden Diskussion kannst Du endlich weiterfahren.“ Wo bleibt da das Räumkommando der Polizei?

Daß es einen dümmeren Zeitvertreib gibt als diesen, muß noch bewiesen werden. Viel langweiliger jedenfalls geht's nimmer. Wenn die CDU-Jungwähler-Wahlhilfe dem entspricht, was die CDU über Jungwähler denkt, ist es entweder armselig um die Jungwähler bestellt oder um die Partei. Letzteres sei, um der Ehre der jüngeren Generation willen, zu vermuten. Doch die CDU befindet sich in guter Gesellschaft: Die SPD ging im Europawahlkampf mit einem „Harry“ auf Verbrecherjagd. Kinkels Außenministerium beglückt uns mit einem Spiel, bei dem man nach Hauptstädten gefragt wurde.

Übrigens: 22 Meter ist die Ludwigssäule nicht hoch. klh

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