Bundeswehr-Training für Kurden

Mehr Waffen, mehr Raketen

Am Donnerstag endet ein Kurs für rund 500 Kurden, die von der Bundeswehr trainiert worden sind. Der Peschmerga-Minister fordert mehr Unterstützung.

Peschmerga werden für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat geschult. Bild: dpa

ERBIL dpa | Im Kampf gegen die IS-Terrormiliz haben die nordirakischen Kurden Deutschland und die internationale Koalition zu mehr Waffenhilfe für ihre Peschmerga aufgerufen. Die kurdische Autonomieregierung habe Berlin eine Wunschliste überreicht, sagte der kurdische Peschmerga-Minister Mustafa Sajid Kadir in Erbil der Deutschen Presse-Agentur.

Besonders die von Deutschland bisher gelieferte Panzerabwehrwaffe „Milan“ habe den Kurden gegen die Extremisten des sogenannten Islamischen Staates (IS) geholfen. „Je mehr wir davon haben, desto besser“, sagte Kadir. Der IS sei eine globale Terrorgruppe. „Das ist ein gemeinsamer Krieg von uns allen. Er geht noch sehr lange weiter“, erklärte er.

Das Training der Peschmerga-Kämpfer durch die Bundeswehr sei „sehr erfolgreich und nützlich“, sagte Kadir. „Wir sind hungrig nach Ausbildung. Wir profitieren von jedem Training.“

Deutschland bildet seit Februar mit fünf weiteren Staaten im Nordirak Peschmerga aus. An diesem Donnerstag endet ein Kurs für rund 500 Kurden, die vier Wochen lang trainiert worden sind. Es war der bisher zweite Lehrgang für Peschmerga. Insgesamt haben in den vergangenen zwei Monaten rund 910 Kurden die Kurse durchlaufen.

Raketen, Panzerfäuste und Sturmgewehre

Der IS hatte im vergangenen Jahr große Gebiete im Norden und Westen des Iraks überrannt. Mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Koalition konnten die Peschmerga die Extremisten aus mehreren Gebieten im Nordirak zurückdrängen. Die Kurden seien zunächst vom IS überrascht worden, sagte Kadir. „Nun sind wir aber wieder von der Defensive in die Offensive gegangen.“

Deutschland und andere Staaten liefern den Kurden zudem Waffen für den Kampf gegen den IS. Die Bundesregierung hatte die Peschmerga im vergangenen Jahr unter anderem mit 500 „Milan“-Raketen, Panzerfäusten und Sturmgewehren ausgestattet. Eine Lieferung von 500 weiteren „Milan“-Raketen ist bereits beschlossen. Die Kurden sollen zudem weitere 203 Panzerfäuste und 4000 Sturmgewehre erhalten.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de