piwik no script img

Bundesrat verwirft Merkels Ökogesetze

■ Bodenschutzgesetz abgelehnt – für Naturschutz neuen Entwurf beschlossen

Bonn (dpa) – Der Bundesrat hat die von der Koalition geplanten neuen Gesetze zu Natur- und Bodenschutz gestoppt. Die Mehrheit der von der SPD dominierten Länderkammer lehnte am Freitag die Naturschutz-Novelle pauschal als völlig unzureichend ab und sprach sich auch gegen die Anrufung des Vermittlungsausschusses aus. Beim Bodenschutzgesetz rief der Bundesrat den Vermittlungsausschuß an, wo der Entwurf grundlegend überarbeitet werden solle.

Die führenden deutschen Umweltverbände begrüßten die Entscheidungen: Die Vorlagen der Koalition seien untauglich, um die fortschreitende Umweltzerstörung aufzuhalten. Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisierte hingegen die Beschlüsse, die von „politischem Kalkül“ bestimmt gewesen seien. Die Vorlage der Regierung zum Naturschutz sah Entschädigungen für Landwirte vor, falls ihre Nutzungsrechte eingeschränkt werden.

Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) hatte vergeblich an die Länderkammer appelliert, die Naturschutz-Novelle nicht scheitern zu lassen und den Vermittlungsausschuß anzurufen. Der Bundesrat aber beschloß einen alternativen Gesetzentwurf zum Naturschutz aus Schleswig- Holstein, den auch Umweltverbände unterstützen. Er wird nun in den Ausschüssen weiter beraten.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen