: Buch-Beitrag der Branche
■ Die Textsammlung –Schweigen ist Schuld' von der "Verlagsinitiative gegen Gewalt und Fremdenhaß"
von der »Verlagsinitiative gegen Gewalt und Fremdenhaß«
93 bundesdeutsche Verlage schlossen sich im Sommer des letzten Jahres zu einer „Verlagsinitiative gegen Gewalt und Fremdenhaß“ zusammen. Dem gemeinsamen Appell der Branche in Form von Plakat- und Anzeigenaktionen folgte nun die erste Buchveröffentlichung, die die Initiative im Eigenverlag herausgab und vor zwei Wochen der Öffentlichkeit vorstellte. Schweigen ist Schuld heißt der leicht pastorale Titel der Anthologie mit rund 60 Beiträgen einer internationalen Autorenrunde. Die Redaktion des Buches lag bei Klaus Humann, Lektor beim Hamburger Luchterhand Literatur Verlag.
Brösel und Charlotte von Mahlsdorf, Aysel Özakin und Nadine Gordimer, Djuna Barnes und Amos Oz sind per Zeichnung, Gedicht, Romanauszug oder Essay in diesem Buch zu finden. Durch ihre Autoren vertreten sind, inklusive des inzwischen in den Konkurs gegangenen Verlags am Galgenberg, auch neun Hamburger Verlage. Mit bekannten und weniger bekannten „Stücken“ von Peggy Parnaß, Parviz Sadighi und Ernst Kahl, um nur einige zu nennen.
Auf einen „moralischen Unterton“, so Humann, habe man bei der Zusammenstellung dieser Sammlung unbedingt verzichten wollen. Die Zielgruppe der 17- bis 25jährigen solle mit diesem Lesebuch erreicht werden, eigne es sich doch gerade auch dafür, in „Jugendarbeit und Schule eingesetzt“ zu werden. Mit den Landeszentralen für politische Bildung hat die Verlagsinitiative bereits Kontakt aufgenommen.
Die dritte Auflage von Schweigen ist Schuld ist bereits in Arbeit. Einer weiten Verbreitung der Anthologie steht somit nichts im Wege, zumal der Ladenpreis des 380 Seiten starken Taschenbuches gerade acht Mark beträgt. Zu danken ist dies auch der tatkräftigen Unterstützung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, den Druckereien, die zum Selbstkostenpreis druckten, den Verlagen, die die Honorarkosten übernahmen und den Buchhändlern, die auf Rabattanteile verzichteten. Die Verkaufsgewinne sollen in neue Projekte fließen, so Klaus Humann. Geplant seien zum Beispiel Lesungen und Seminare. Mittlerweile arbeitet die Verlagsinitiative mit einer festen Stelle, die im Börsenverein in Frankfurt angesiedelt ist.
mb
Verlagsinititiative gegen Gewalt und Fremdenhaß (Hrsg.): „Schweigen ist Schuld“, im Vertrieb des Piper-Verlags München, 8 Mark
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