: Brutale Minderheit
Eine gewalttätige Minderheit von Kindern und Jugendlichen wird nach einer Untersuchung des Professors Klaus Hurrelmann immer skrupelloser und brutaler. Übergriffe unter Schülern hätten teilweise „filmreife Qualität“ angenommen, enthemmt werde geschlagen und getreten, und selbst Erpressung und sexuelle Gewalt gegen Mädchen hätten die jugendlichen Täter in ihr Repertoire übernommen, sagte Hurrelmann gestern bei einer Fachtagung vor Lehrern und Sozialpädagogen in Hamburg.
Die Hauptursache für die Aggressivität sei außerhalb der Schule zu suchen. Bis zu einem Fünftel der Schüler könne sich nur schwer in die sozialen Regeln des Gemeinschaftslebens einfügen. „Aggressive und gewalttätige Aktionen dieser Kinder und Jugendlichen sind soziale Notrufe nach Aufmerksamkeit, Zuwendung und Anerkennung“, erklärte der Wissenschaftler. dpa/taz
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 30 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen